Treibhausgas-Emissionen aus Landwirtschaft ließen sich deutlich reduzieren

    18. Dezember 2018, 09:30
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    Veränderungen in der Produktion, aber auch im Konsum würden Wirkung zeigen

    Wien – Würde man dem Treibhauseffekt politisch ähnlich entschlossen gegensteuern wie seinerzeit dem Ozonloch, hätte das massive Auswirkungen. In eine lange Reihe von Studien, die den Unterschied zwischen Klimaschutzpolitik und Laissez-faire für die voranschreitende Erderwärmung vorgerechnet haben, reiht sich nun eine mit österreichischer Beteiligung ein.

    Die "anderen" Treibhausgase

    Die Wissenschafter um Stefan Frank vom Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg legten die nach Angaben des Instituts erste detaillierte Analyse von Möglichkeiten zur Reduktion von Treibhausgasen in der Landwirtschaft vor. Methan und Distickstoffmonoxid (vulgo Lachgas) aus der Landwirtschaft machen momentan immerhin zehn bis zwölf Prozent der von Menschen verursachten Treibhausgasemissionen aus. Beide sind als Treibhausgase erheblich "wirksamer" als das vielzitierte CO2.

    Angesichts des immer noch wachsenden Einsatzes von künstlichen Düngemitteln und der ständigen Vergrößerung von Viehherden werde der Anteil dieser Treibhausgase noch steigen. Gleichzeitig wird der Sektor aber auch effizienter, denn die Emissionen haben zwar seit 1990 um ein Drittel zugenommen, gleichzeitig wurde die Produktion um 70 Prozent erhöht. Will man das 1,5-Grad-Ziel im Pariser Klimaabkommen erreichen, müsse der Bereich seinen Treibhausgas-Beitrag reduzieren, heißt es in dem Bericht, der in "Nature Climate Change" veröffentlicht wurde.

    Berechnungen

    Die Wissenschafter setzten die Methan- und Lachgasemissionen in insgesamt vier gängigen Klimamodellen in Relation zu Annahmen über den zukünftigen Preis pro Tonne an ausgestoßenem CO2. Unter der Annahme eines Preises von 20 Dollar pro Tonne berechneten die Forscher einen Rückgang des Methan- und Lachgasausstoßes im Jahr 2050 um bis zu 15 Prozent, wenn lediglich Veränderungen im Agrarsektor selbst vorangetrieben würden. Mit einer Reduktion des Fleisch- und Milchkonsums in jenen Ländern, in denen ein Überangebot an Lebensmitteln herrscht, würde das Einsparpotenzial auf bis zu 23 Prozent ansteigen.

    Beim höchsten CO2-Preis von 950 Dollar pro Tonne – der vermutlich zum Erreichen des 1,5-Grad-Zieles notwendig sein wird – könnten die Emissionen sogar bei der Hälfte jenes Wertes landen, der ohne Anstrengungen zur Eindämmung des Klimawandels erreicht würde. (APA, red, 18. 12. 2018)

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