Die gefährlichsten invasiven Arten für Europas Ökosysteme

    17. Dezember 2018, 06:00
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    Forscher haben 66 eingeschleppte Tier- und Pflanzenarten mit besonderem Bedrohungspotenzial ausgemacht

    Wien – Ein internationales Forscherteam, darunter Experten des Umweltbundesamtes, hat 66 Tier- und Pflanzenarten identifiziert, deren Einschleppung wahrscheinlich zu negativen Auswirkungen auf die Artenvielfalt und Ökosysteme in Europa führen wird. Acht invasive Arten stellen dabei ein besonders hohes Risiko für Europas Biodiversität dar, berichteten sie im Fachjournal "Global Change Biology".

    Neben den acht besonders gefährlichen Arten haben die Wissenschafter um Helen Roy vom englischen Centre for Ecology and Hydrology 40 weitere Arten identifiziert, die ein hohes Risiko darstellen, und 18 weitere, die ein mittleres Risiko bedeuten. "Die Studie bietet eine Grundlage für weitergehende und detailliertere Risikobewertungen, die in einem ersten Schritt für die acht Hochrisikoarten erstellt werden sollten", erklärte Franz Essl vom Umweltbundesamt und der Universität Wien.

    Gefährdete Inseln

    Die meisten der bewerteten Tiere und Pflanzen stammen aus Asien, Nord- und Südamerika. Im Wasser lebende Arten werden überwiegend mit Schiffen nach Europa eingeschleppt, an Land lebende wirbellose Tiere, vor allem Insekten, gelangen großteils mit lebenden Pflanzen nach Europa. Von den Bioinvasoren besonders gefährdet ist die Artenzusammensetzung der Mittelmeerregion, Zentral- und Westeuropas sowie der Makaronesischen Inseln, also Azoren, Madeira, Kanarische und Kapverdische Inseln. Weniger wahrscheinlich ist das Auftreten der eingeschleppten Arten in der Baltischen Region, am Schwarzen Meer, in Skandinavien und in den Alpen.

    Die acht Arten mit besonders hohem Risikopotenzial sind:

    foto: brian gratwicke (CC-Lizenz)
    Der Nördliche Schlangenkopffisch wurde vermutlich als Speisefisch importiert

    Der Nördlicher Schlangenkopffisch (Channa argus): Heimisch im südlichen und östlichen China, weit verbreitet in flachen, sumpfigen Teichen und Feuchtgebieten, wo die Art andere Fische frisst. Der wahrscheinlichste Einschleppungspfad ist die Einfuhr als Speisefisch.

    Die Goldene Miesmuschel (Limnoperna fortunei): Heimisch in China, wo sie in Flüssen lebt. Die Art wurde bereits mit dem Transport von Fischen in andere Teile Asiens und nach Südamerika verschleppt. Sie filtriert kleine Planktonorganismen aus dem Wasser und kann so Artengemeinschaften und Nahrungsnetze verändern.

    foto: usfws
    Der Amerikanische Rostkrebs ist in neuen Habitaten sehr erfolgreich – er verdrängt andere Flusskrebse.

    Der Amerikanische Rostkrebs (Orconectes rusticus): Heimisch in Nordamerika, nach Kanada eingeschleppt. Großer und dominanter Flusskrebs, der sich erfolgreich gegen potenzielle Räuber verteidigt. Er verdrängt andere Flusskrebse und überträgt die Krebspest. Seine Ausbreitung erfolgt durch den Handel als Aquarientier oder durch individuelles Aussetzen in Flüssen.

    Der Gestreifte Korallenwels (Plotosus lineatus): Heimisch im Indischen Ozean. Die Art wurde bereits im Mittelmeer an der israelischen Küste gefunden, von wo sie sich wahrscheinlich weiter ausbreiten wird. Der giftige Fisch besiedelt sandigen und schlammigen Untergrund, ernährt sich von anderen Fischen und verdrängt diese auch durch Konkurrenz um Ressourcen.

    Codium parvulum: Eine Grünalge, die im Indo-Pazifik heimisch ist und bereits in das Rote Meer verschleppt wurde, von wo sie durch den Suez-Kanal in das Mittelmeer gelangt ist. Sie gilt als "ecosystem engineer" und ist in der Lage, die Struktur und Funktion des Lebensraumes erheblich zu verändern.

    Die Onyx Pantoffelschnecke (Crepidula onyx): Heimisch an der Südküste Kaliforniens und an der nördlichen Pazifikküste Mexikos. Die marine Art verursacht in Asien Probleme als Filtrierer und "ecosystem engineer".

    Die Schwarzgestreifte Dreiecksmuschel (Mytilopsis sallei): Heimisch an der Pazifikküste Panamas. Die Art lebt bevorzugt im Brackwasser und wurde bereits in den Indo-Pazifischen Ozean, nach Asien und Australien verschleppt. Sie kann Artengemeinschaften dominieren, hat eine hohe Vermehrungsrate und kann extreme Umweltbedingungen überleben.

    foto: arthur mouratidis / (CC-Lizenz)
    Süßes Problemhörnchen: Sciurus niger steht seit 2016 auf der EU-Liste der unerwünschten Arten.

    Das Fuchshörnchen (Sciurus niger): Das Nagetier ist im östlichen und zentralen Nordamerika heimisch. Negative Auswirkungen auf andere Hörnchen sind durch Konkurrenz um Ressourcen bekannt. (red, APA, 17.12.2018)

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