Weltklimakonferenz: Gegen die Wand

Kommentar14. Dezember 2018, 18:20
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Junge Menschen und Vertreter von verletzlichen Staaten, die bereits unter Extremereignissen leiden, fordern lautstark mehr Anstrengungen ein

Wir fahren diesen Planeten gerade an die Wand. Niemand steigt auf die Bremse, sondern alle drücken das Gaspedal noch durch. Diese bittere Bilanz zog der deutsche Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber bei seinem Vortrag auf der 24. Weltklimakonferenz im polnischen Kattowitz. Die Staaten tun nicht genug, ausbaden wird das die jüngste Generation müssen.

Denn statt drastischer Schritte für einen ambitionierten Klimaschutz wurde am Freitag schließlich ein Kompromisstext vorgelegt, der nun auf politischer Ebene diskutiert wird. Ziel ist eigentlich, dass die Staaten sich auf ein starkes Regelwerk einigen, das festlegt, wie die Klimaziele, die in Paris vereinbart wurden, von den Ländern eingehalten werden. Die Sprache im Text sei aber so unkonkret, dass daraus kaum politischer Fortschritt hervorgehen könne, sagen Beobachter, die schon Einblick bekommen haben.

Das ist zu wenig. Junge Menschen und Vertreter verletzlicher Staaten, die bereits unter Extremereignissen leiden, fordern lautstark mehr Anstrengungen ein. "Unsere Zukunft wird uns gerade gestohlen", brachten es Schüler bei einer Protestaktion am Freitag auf den Punkt.

Vielleicht haben sich auch Klimakonferenzen totgelaufen und es muss ein neues Format gefunden werden – unbürokratischer und direkter. Den Städten, Kommunen, Unternehmen und Konsumenten steht es frei, mehr zu leisten als die säumigen Staaten. Irgendjemand muss bremsen. (Julia Schilly, 14.12.2018)

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