Dennis Lehanes "Der Abgrund in dir": Nichts bleibt gut

    Bericht21. Dezember 2018, 11:03
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    Dem Schöpfer von "Shutter Island" schwebte beim Schreiben eindeutig eine Verfilmung vor

    An einem Dienstag, im Mai, im Alter von 36 Jahren, erschoss Rachel ihren Mann." So beginnt der neue Roman von Dennis Lehane, und man glaubt zu wissen, woran man ist. Die anfängliche Eindeutigkeit gehört zu einem raffinierten Verwirrspiel. Im ersten Teil des Romans wird von Rachel erzählt: Sie ist eine erfolgreiche Journalistin mit einem gestörten Verhältnis zur Mutter, die ihr nie erzählte, wer ihr Vater ist.

    Während einer TV-Reportage aus Haiti erleidet Rachel angesichts des Elends nach dem großen Erdbeben einen Zusammenbruch. Rachel verfällt in Depression. Aus der holt sie der Privatdetektiv Brian heraus. Sie heiraten, allerdings scheint Brian ein Doppelleben zu führen. Die Biografie einer labilen höheren Tochter verwandelt sich in einen Psychothriller.

    Dem Schöpfer von Shutter Island schwebte beim Schreiben eindeutig eine Verfilmung vor. Da passiert allerhand Unrealistisches, das dem Actionfilm geschuldet ist. Dennoch eine gut geschriebene Geschichte, deren Spannungsmomente in der Psychologie gründen. (Ingeborg Sperl, 21.12.2018)

    • Dennis Lehane, "Der Abgrund in dir". Deutsch: Steffen Jabcobs PeterTorberg. € 25,70 / 525 Seiten. Diogenes, Zürich 2018
      foto: diogenes

      Dennis Lehane, "Der Abgrund in dir". Deutsch: Steffen Jabcobs PeterTorberg. € 25,70 / 525 Seiten. Diogenes, Zürich 2018

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