Wie farbenblinde Menschen die Welt sehen

    17. Dezember 2018, 06:00
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    300 Millionen Menschen haben ein Problem damit, Farben zu erkennen. Rot wird zu Grün und Orange zu Rot. Eine Kampagne zeigt, wie sich das anfühlt

    Insgesamt gibt es vier Arten von Farbenblindheit. Etwa acht Prozent der Männer in Österreich und Deutschland sind von einer Rot-Grün-Sehschwäche (Protanopie oder Deuteranopie) betroffen, von den Frauen sind es 0,4 Prozent. Im Vergleich dazu ist Blaublindheit mit einer Prävalenz von 0,005 Prozent sehr selten. Eine vollständige Farbenblindheit, bei der nur Kontraste "hell-dunkel" wahrgenommen werden können (Achromasie), tritt bei etwa fünf Prozent der Bevölkerung auf.

    Weltweit sehen etwa 300 Millionen Menschen die Welt in anderen Farben. Wie genau, das zeigt die Non-Profit-Organisation Colour Blind Awareness in Kooperation mit dem Kontaktlinsenhersteller Lenstore. Insgesamt wurden über 30 Fotos von Orten und Sehenswürdigkeiten mit einer speziellen Software bearbeitet, um Normalsichtigen die "farbenblinde" Welt näher zu bringen.

    Die Coyote Buttes sind ein Gebirgszug, der sich über die US-Bundesstaaten Arizona und Utah erstreckt. Dabei handelt es sich meist um versteinerte Dünen.

    Die Rot-Grün-Sehschwäche Protanopie

    Typisch für die Protanopie ist das Fehlen der L-Zapfen in der Retina, die für die Verarbeitung von langwelligem Licht verantwortlich sind. Das Licht, das die L-Zapfen anregt, liegt hauptsächlich im roten Spektrumsbereich. Protanopen haben deshalb Schwierigkeiten, zwischen Rot und Grün sowie Blau und Grün zu unterscheiden.

    Protanopen sind nicht in der Lage, rotes Licht zu verarbeiten. Für Betroffene ist es schwierig, Rot und Grün bzw. Blau und Grün auseinander zu halten.

    Die Rot-Grün-Sehschwäche Deuteranopie

    Für die meisten Menschen hat der Garten vor dem Schloss Schönbrunn einen grünen Rasen und bunte Blumenarrangements.

    Bei Deuteranopie fehlen die sogenannten M-Zapfen, die hauptsächlich auf Licht im grünen Farbbereich reagieren. Für Deuteranopen ist es schwieriger, Grün von Rot und Blau zu unterscheiden. Neben Protanopie ist dies die meist verbreitete Art von Farbenblindheit.

    Für Deuteranopen ist es die größte Herausforderung, Grün von Rot zu unterscheiden.

    Die Blaublindheit Tritanopie

    Die Vielfalt eines Basars in Istanbul für normalsichtige Augen.

    Tritanopie charakterisiert sich durch das Fehlen der K-Zapfen, die für die Verarbeitung von kurzwelligem Licht verantwortlich sind. K-Zapfen werden hauptsächlich von Licht im blauen Farbbereich angeregt. Tritanopen haben Schwierigkeiten, zwischen blauen und gelben Farbtönen zu unterscheiden. Dabei wird Grün oft mit Blau und Lila mit Schwarz verwechselt. (red, 17.12.2018)

    Tritanopen können kein blaues Licht verarbeiten. Hellblau wird mit Grau verwechselt, Dunkellila mit Schwarz und Orange mit Rot.
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