Kambodschaner drohen wegen Kinderhandel-Doku drei Jahre Haft

    14. Dezember 2018, 07:55
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    Thailand schiebt Übersetzer ab, der nach Arbeit für Dokumentation wegen "Fake News"-Verdachts angeklagt ist

    Phnom Penh – Wegen seiner Mitwirkung an einem Dokumentarfilm über Kinderhandel drohen einem kambodschanischen Übersetzer in seiner Heimat bis zu drei Jahre Haft. Der 47-jährige Rath Rott Mony wurde nach seiner Abschiebung aus Thailand in Untersuchungshaft genommen. Er sitzt nun in einem Gefängnis von Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh, wie seine Ehefrau am Freitag mitteilte.

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    Die "RT"-Dokumentation, an der Rath Rott Mony mitgearbeitet hatte, ist auch auf YouTube verfügbar. Kambodschas Regierung bezeichnet sie als "Fake News".

    Demnach werfen ihm die Behörden vor, mit der Verbreitung von Falschnachrichten den Ruf des südostasiatischen Landes beschädigt zu haben.

    Jungfräulichkeit als Ware

    Mony hatte bei einem halbstündigen Dokumentarfilm mit dem Titel "Meine Mutter hat mich verkauft: Kambodscha, wo Jungfräulichkeit eine Ware ist" geholfen. Der Film wurde im Oktober vom russischen Fernsehsender "Russia Today" ausgestrahlt, er hat zum Thema, dass der Verkauf von Kindern in dem südostasiatischen Land auch wegen Korruption unter hohen Beamten des regierenden Hun-Sen-Regimes ein Problem sei.

    Vergangene Woche versuchte er mit seiner Familie, über Thailand in die Niederlande auszureisen. Auf Bitten der kambodschanischen Behörden wurde er jedoch in Bangkok festgenommen und zurück nach Kambodscha gebracht.

    Mony macht geltend, bei den Dreharbeiten nur als Übersetzer geholfen zu haben. Die Behörden des autoritär regierten Landes legen ihm zur Last, dass er Frauen und Mädchen instruiert haben soll, was sie zu sagen haben. Damit habe er bei der Verbreitung von gezielten Falschnachrichten geholfen. In Kambodscha ist seit mehr als drei Jahrzehnten Premierminister Hun Sen an der Macht. Gegen Kritiker geht er mit äußerst harter Hand vor. (APA, red, 14.12.2018)

    • Premier Hun Sen hat Kambodscha fest in der Hand. Mitarbeitern seines Beamtenapparats wird in einer Dokumentation Komplizenschaft beim Kinderhandel vorgeworfen. Ein Übersetzer,  der für den Film gearbeitet hatte, soll dem Willen der Justiz nach nun ins Gefängnis.
      foto: ap / heng sinith

      Premier Hun Sen hat Kambodscha fest in der Hand. Mitarbeitern seines Beamtenapparats wird in einer Dokumentation Komplizenschaft beim Kinderhandel vorgeworfen. Ein Übersetzer, der für den Film gearbeitet hatte, soll dem Willen der Justiz nach nun ins Gefängnis.

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