Nur noch jeder zweite deutsche Haushalt kauft Bücher

    11. Dezember 2018, 17:13
    36 Postings

    Vor zehn Jahren waren es noch 65 Prozent

    Wiesbaden/Wien – Die Deutschen kaufen weit weniger Bücher als vor zehn Jahren. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden berichtete, kaufte im Jahr 2017 nur noch etwas mehr als die Hälfte der Haushalte in Deutschland Bücher inklusive E-Books. "Vor zehn Jahren hatte der Anteil der Haushalte, die Bücher gekauft hatten, noch bei 65 Prozent gelegen", berichteten die Statistiker.

    In absoluten Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Im vergangenen Jahr haben 20,2 Millionen private Haushalte Bücher gekauft (54 Prozent). Vor zehn Jahren waren es noch 23,4 Millionen Haushalte gewesen.

    Zudem weniger Geld für Bücher

    Die Haushalte, die Bücher oder E-Books kauften, gaben auch durchschnittlich weniger Geld dafür aus: "Waren es 2007 noch 19 Euro monatlich, so gingen die Ausgaben im Jahr 2017 auf 17 Euro zurück", berichtete das Statistische Bundesamt.

    Der Anteil der E-Book-Käufer wächst unterdessen weiter. 1,6 Millionen Haushalte kauften 2017 elektronische Bücher. Das entspricht einem Anteil von acht Prozent unter den Haushalten, die überhaupt Bücher gekauft haben. 2014 waren es 1,1 Millionen Haushalte gewesen. Das hatte einem Anteil von fünf Prozent entsprochen.

    Minus und Plus In Österreich

    Zahlen vom Börsenverein des deutschen Buchhandels zeigen ebenfalls, dass die Bücherkäufe zurückgehen. Der Umsatz der Buchbranche lag 2017 bei 9,13 Milliarden Euro. Das war ein Minus von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie der Branchenbericht zeigt. In Österreich verzeichnet der Hauptverband des Buchhandels für das bisherige Kalenderjahr kumuliert bis inklusive Oktober einen Rückgang von 1,2 Prozent, wobei der Monat Oktober 2018 gegenüber Oktober 2017 ein Plus von 2,8 Prozent aufweist.

    Die meisten Bücher werden noch immer im Laden verkauft, aber der Versandhandel wächst. Fast die Hälfte der Bücher ging 2017 in traditionellen Buchhandlungen über den Ladentisch. Doch dort sind auch die Umsatzrückgänge am stärksten – im vergangenen Jahr lag das Minus bei zwei Prozent. Dagegen wächst der Internethandel fast stetig, er hat inzwischen einen Anteil von 18,8 Prozent.

    Zum Weiterlesen

    STANDARD-Serie zum Buchmarkt: 200 neue Bücher pro Tag: Wer soll das alles lesen?

    STANDARD-Serie zum Buchmarkt: Ist eine Verlagsgründung literarisches Kamikaze?

    STANDARD-Serie zum Buchmarkt: Ist nur sperrige Literatur gute Literatur?

    STANDARD-Serie zum Buchmarkt: Wie erreicht man neue Leser?

    STANDARD-Serie zum Buchmarkt: Wie können Bücher wieder sexy werden?

    STANDARD-Serie zum Buchmarkt: Wie schlecht geht es dem Buchhandel?

    STANDARD-Serie zum Buchmarkt: Minus 6,4 Millionen Leser innerhalb von fünf Jahren

    Share if you care.