Verteidigungsminister und Präsident besuchen Uno-Truppe im Libanon

    11. Dezember 2018, 13:55
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    Vorweihnachtlicher Besuch an der libanesisch-israelischen Grenze: Auch in dieser Krisenregion muss das Bundesheer den Mangel verwalten

    Camp Naqura / Beirut – Als ehemaliger Berufssoldat kennt Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) die Nöte der Soldaten mit der im Bundesheer omnipräsenten Knappheit. Als gelernter Mechaniker kennt er sogar im Detail die Probleme, die die Wartung von Fahrzeugen im Auslandseinsatz aufwerfen kann. Und er lässt sie sich schildern.

    Im konkreten Fall, bei der UN-Truppe Unifil, die die Grenze zwischen den formell immer noch im Kriegszustand befindlichen Ländern Libanon und Israel zu überwachen hat, ist der Mangel einmal nicht nur hausgemacht. Denn für das Material, das von den österreichischen Soldaten bereitzustellen und zu warten ist, ist im Wesentlichen nicht der Truppensteller Österreich, sondern die Uno selbst zuständig.

    Und wenn dem Minister Bergefahrzeuge gezeigt werden, die ihrer Aufgabe kaum noch nachkommen können, weil sie dutzende Male behelfsmäßig repariert, aber in ihrer Leistungsfähigkeit nicht mehr verbessert werden konnten, dann ist für den Mangel die Uno verantwortlich. Dass das Gerät dennoch irgendwie funktionieren muss, das stellen die Österreicher sicher – "wir sind eben Weltmeister im Improvisieren", wie ein Vizeleutnant in der Werkstätte sagt.

    182 Soldatinnen und Soldaten aus Österreich

    182 Österreicherinnen und Österreicher gehören derzeit dem österreichischen Kontingent bei der Unifil an – es ist das 15. seiner Art und ein Ende des Einsatzes nicht absehbar. Immer noch ist die Region unsicher, der österreichische Kontingentskommandant, Oberstleutnant Gernot Gierlinger, spricht von einer "stabilen Instabilität, wie wenn man eine Kugel auf der Spitze eines Kugelschreibers balanciert – wehe, es stößt jemand an".

    Und dass eben niemand anstoßen kann, soll die multinationale Truppe, in der Österreich für die Logistik zuständig ist, sicherstellen. Argwöhnisch beobachtet von allen Konfliktparteien: Erst in der Vorwoche hat Israel die Existenz von Tunneln unter der "Blue Line" genannten Grenze beklagt – Tunneln, die die Hisbollah nutzen könnte, um ihre Terrorkommandos aus dem Libanon nach Israel zu schleusen.

    Solche Tunnel, soweit von der Unifil entdeckt, müssen von der libanesischen Armee gesprengt werden. Dreimal ist das in letzter Zeit gelungen.

    Anerkennung der entsendenden Nationen

    Die UN-Soldaten bekommen Anerkennung von ihren entsendenden Nationen – im Falle der Bundesheer-Soldaten ist es die Anerkennung durch einen vorweihnachtlichen Besuch durch ihren Minister am Montag und durch den Bundespräsidenten und Oberbefehlshaber Alexander Van der Bellen am Mittwoch dieser Woche.

    Es gibt kleine Geschenke, aber keine großen Zusagen: Die Mängel beim Fuhrpark müsste die Uno beseitigen. Aber in einem Fall kann Kunasek doch Entlastung versprechen: Die Dienstkleidung der ebenfalls vom Bundesheer gestellten Lagerfeuerwehr, die nicht mehr neuesten Sicherheitsstandards entspricht, soll rasch erneuert werden. (Conrad Seidl, 11.12.2018)

    • Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) im Libanon.
      foto: hbf/pusch

      Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) im Libanon.

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