"Kreatur" von Sasha Waltz: Wider die Pseudo-Gemeinschaftlichkeit

    Video11. Dezember 2018, 10:38
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    Die deutsche Choreografin zeigt in einem formal attraktiven Werk den Menschen als Tier

    In ihr hoffte die Tanzwelt eine neue Pina Bausch gefunden zu haben. Das war vor rund 20 Jahren, als die Karriere der heute 55-jährigen Choreografin Sasha Waltz in überirdische Höhen zu steigen begann. Die Begeisterung existiert bis heute. So wurden auch Kreatur von 2017, das jetzt als Gastspiel im Festspielhaus St. Pölten zu sehen war, reichlich Lorbeerkränze gewunden.

    festspielhaus st. pölten
    "Kreatur" – Trailer

    Kreatur zeigt den Menschen als abgründiges Tier. Aus dieser Perspektive generiert Waltz ein formal attraktives Werk. Die Kostüme wurden von der hippen Modedesignerin Iris van Herpen geschneidert, und der düstere Sound kommt vom Soundwalk Collective. Die 14 Tänzer auf der Bühne widerspiegeln die gegenwartstypische Pseudo-Gemeinschaftlichkeit: nervöses Zusammenrücken ohne Interesse aneinander und Auseinanderdriften bis hin zur gegenseitigen Tortur. Zwischendurch blitzen Sehnsucht nach Liebe und Ekstase durch. (ploe, 11.12.2018)

    • Die Kostüme des Stücks "Kreatur" von Sasha Waltz wurden von der hippen Modedesignerin Iris van Herpen geschneidert.
      foto: ute zscharnt

      Die Kostüme des Stücks "Kreatur" von Sasha Waltz wurden von der hippen Modedesignerin Iris van Herpen geschneidert.

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