US-Museum will antiken Bronzejüngling nicht an Italien zurückgeben

    7. Dezember 2018, 17:09
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    Trotz höchstrichterlichen Urteils aus Rom – Museum pocht auf Fundort in internationalen Gewässern

    foto: ap photo/nick ut
    Ein solches Exponat möchte niemand gerne aufgeben.

    Los Angeles – Trotz höchstrichterlichen Urteils aus Italien verweigert das Getty-Museum in Los Angeles weiterhin die Rückgabe einer mehr als 2.000 Jahre alten Bronzestatute. Die griechische Statue eines "siegreichen Jugendlichen" sei 1964 in internationalen Gewässern gefunden und 1977 von dem Museum auf legalem Weg gekauft worden, erklärte die stellvertretende Kommunkationschefin der Getty-Stiftung, Lisa Lapin.

    Die Anordnung der Kassationsgerichts verstoße gegen "US- und internationales Recht", deshalb bleibe die Statue in Los Angeles, wo sie seit "fast einem halben Jahrhundert öffentlich ausgestellt" werde, erklärte Lapin. "Wir werden weiterhin unser Recht an der Statue verteidigen", fügte sie hinzu. Italiens höchstes Gericht hatte diese Woche die Rückgabe angeordnet, sein endgültiger Entscheid in einem über zehnjährigen Rechtsstreit um die Statue, die zu den wertvollsten Exponaten der Getty Villa zählt.

    Stationen eines Statuenwegs

    Fischer hatten die angeblich von dem griechischen Bildhauer Lysipp aus dem 4. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung stammende Statue vor der italienischen Küstenstadt Fano aus der Adria geholt. Sie soll mehrfach verkauft und schließlich außer Land geschmuggelt worden sein, bevor das Getty-Museum sie schließlich für 3,95 Millionen Dollar von einem deutschen Händler erwarb. Jahre zuvor hatte Italiens höchstes Gericht noch geurteilt, es gebe keinen Beweis für Italiens Besitz an dem Werk.

    Das von dem US-Ölmilliardär John Paul Getty gegründete Museum hatte 2007 nach langen Verhandlungen mit Italien der Rückgabe von über 40 Kunstwerken zugestimmt, die nach Angaben Roms gestohlen und dann heimlich außer Landes geschafft worden waren. (APA, red, 7. 12. 2018)

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