Haus aus Reis und Lehm aus dem 3D-Drucker

    11. Dezember 2018, 06:00
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    In Ravenna wurde ein Gebäude per 3D-Druck errichtet

    Warum die unscheinbare sandfarbene Hütte mit Wänden in Wabenoptik im italienischen Ravenna für Aufsehen sorgt, offenbart sich erst auf den zweiten Blick: Das 20 Quadratmeter große Ökohaus wurde im Oktober innerhalb von zehn Tagen mit dem 3D-Drucker Crane Wasp errichtet. Die Materialkosten für das Häuschen, das der Hersteller "Gaia" getauft hat, lagen angeblich bei nur 900 Euro.

    foto: wasp

    Zur Verwendung kamen natürliche Abfallmaterialien aus der Reisproduktion – daher habe das Haus fast keine Auswirkungen auf die Umwelt, wie der Hersteller Wasp betont: Das Baumaterial besteht zu 25 Prozent aus Aushub, zu 40 Prozent aus Reisstroh, zu 25 Prozent aus Reisschalen und zu zehn Prozent aus Kalk. Das Fundament ist aus Beton – es wurde ebenfalls mittels 3D-Druck in Form gebracht. Nur das Dach ist konventionell aus Holz. Aufgrund der Ausrichtung des Hauses und des zur Verwendung gekommenen Baumaterials seien weder Heizung noch Klimaanlage nötig, so Wasp. Durch die verwendeten Materialien, so heißt es in Medienberichten, würde ein Wärmedurchleitungskoeffizient zwischen 0,22 und 0,25 erzielt.

    foto: wasp

    Weltweite Projekte

    Das Unternehmen will die Häuser beispielsweise in Entwicklungsländern errichten. Der Weg zum Haus ist trotz geringer Materialkosten aber noch weit: Im Prototyp von Gaia gibt es keine Möbel, kein Bad und keine Küche. Auch wenn die Materialkosten niedrig seien, werde die tatsächliche schlüsselfertige Errichtung am Ende viel mehr kosten, heißt es in Medienberichten.

    Mit Immobilien aus dem 3D-Drucker wird auch andernorts experimentiert. Im Rahmen der Milan Design Week hat das Planungsunternehmen Arup gemeinsam mit dem Architekturbüro CLS erst vor kurzem innerhalb einer Woche ein Haus aus recyceltem Beton errichtet.

    In China wurde schon vor einigen Jahren ein 200 Quadratmeter großes Haus auf diese Weise gefertigt. Und auch im niederländischen Eindhoven gibt es schon sehr konkrete Pläne, fünf hinkelsteinförmige Häuser für das "Project Milestone" auszudrucken. Wenn alles nach Plan läuft, soll das erste Objekt, ein einstöckiges Häuschen, das aus drei Räumen mit einer gesamten Wohnfläche von 95 Quadratmetern besteht, Mitte 2019 bezogen werden können. (red, 11.12.2018)

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