Jedes vierte getestete Kinderprodukt mangelhaft

    6. Dezember 2018, 13:03
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    Der Anteil ist deutlich höher als bei Konsumgütern für Erwachsene

    Berlin – Schadstoffe in Buntstiften, unsichere "Smart Toys" oder Hochstühle mit eingebauter Unfallgefahr: Die deutsche Stiftung Warentest beklagt den hohen Anteil mangelhafter Produkte bei Spielzeug, Kinderwagen und Co. Mehr als jedes vierte Produkt für Kinder sei mangelhaft.

    Sicherheitslücken

    Speziell für Kinder gedachte Erzeugnisse schnitten bei der Sicherheit "deutlich schlechter ab als alle anderen Konsumgüter", kritisierte Stiftungsvorstand Hubertus Primus am Donnerstag. Von 278 in den Jahren 2017 und 2018 getesteten Produkten hatten demnach 79 "schwerwiegende Sicherheitsprobleme" – ein Anteil von gut 28 Prozent. Über alle Tests der Stiftung gerechnet liegt der Anteil mangelhafter Produkte hingegen nur bei rund sieben Prozent.

    Grund für das schlechte Abschneiden sind in vielen Fällen Schadstoffe. So entdeckten die Tester im Griff eines Kinderwagens und in den Bezügen von Kindersitzen zu hohe Mengen eines Flammschutzmittels. Bei einer Wagenkette für Säuglinge fanden sie Schadstoffe, die sich im Körper in krebserregende Stoffe umwandeln können.

    Kritik von Testern

    "Gerade Spielzeug für die Kleinsten sollte besonders sicher sein – ist es aber nicht", kritisieren die Tester. Schadstoffe wie Bor, Naphthalin und Formaldehyd seien schon für Erwachsene gefährlich, da sie Haut und Schleimhäute reizen, Krebs oder Allergien auslösen können oder die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Einige der Produkte überstiegen die zulässigen Grenzwerte um ein Vielfaches und hätten gar nicht verkauft werden dürfen.

    Dass in beinahe einem Fünftel aller Kinderprodukte Schadstoffe für das schlechte Testurteil verantwortlich waren, sei ein "besonders großes Ärgernis", kritisiert Primus. "Denn es ist ohne weiteres möglich, Kinderprodukte herzustellen, die unsere Kleinen keinem unnötigen Risiko aussetzen."

    Unsichere Konstruktion und Datenschutzprobleme

    Gefahren drohen der Stiftung zufolge auch durch unsichere Konstruktionen etwa bei Hochstühlen, aus denen Kinder herausrutschen und dann mit dem Kopf im Sessel hängen bleiben können, oder durch Datenschutzgefahren bei smarten Spielzeugen. Hierbei entdeckten die Tester drei Produkte, die ungesicherte Verbindungen zum Smartphone aufbauen. Damit könne jeder Smartphone-Besitzer "arglose Kinder abhören und Fragen, Einladungen oder Drohungen senden".

    Die Hersteller werden aufgefordert, aktuelle Erkenntnisse bei der Entwicklung ihrer Produkte zu berücksichtigen und diese regelmäßig zu kontrollieren. Die EU solle nicht nur für Spielzeug, sondern für alle von Kindern genutzten Produkte Anforderungen definieren. (APA, AFP, 6.12.2018)

    • Konsumentenschützer fordern: Die EU soll nicht nur für Spielzeug, sondern für alle von Kindern genutzten Produkte Anforderungen definieren.
      foto: ap/richard drew

      Konsumentenschützer fordern: Die EU soll nicht nur für Spielzeug, sondern für alle von Kindern genutzten Produkte Anforderungen definieren.

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