Sara Paretsky zeigt mit "Kritische Masse", was das Krimigenre kann

    10. Dezember 2018, 11:56
    2 Postings

    Im Roman der US-Amerikanerin ist Einzelkämpferin Vic Warshawski wieder im Einsatz

    Für die Feiertage ein richtig spannendes, dickes Buch gesucht? Hier ist es: In Sara Paretskys Roman ist die Einzelkämpferin Vic Warshawski wieder im Einsatz. Sie soll eine drogensüchtige Frau aufspüren. Was sie findet, ist ein Meth-Labor in Illinois, einen toten Hund und eine Leiche. Die Standardsituation eines Krimis entwickelt sich zu einem Familiendrama, das im Wien der Nazizeit beginnt. Paretsky schildert anhand erfundener, doch exemplarischer Schicksale die Diskriminierung von Wissenschafterinnen der Teilchenphysik; als Frauen bekamen sie kein Gehalt, Männer gaben ihre Forschungen als die eigenen aus, als Jüdinnen schwebten sie in Lebensgefahr.

    Die Verklammerung dieser Geschichte mit den Ereignissen in Illinois scheint sperrig, doch Paretsky schafft eine Verschmelzung von Vergangenheit und Gegenwart, zumal die USA die Wissenschafterinnen für ihr Kernwaffenprogramm importierten, ohne sich um deren Vergangenheit zu scheren. Ein Krimi, der zeigt, was das Genre kann: großartig! (Ingeborg Sperl, 7.12.2018)

    • Sara Paretsky, "Kritische Masse". Deutsch: Laudan & Szelinski. € 24,70 / 534 Seiten. Ariadne, Hamburg 2018
      foto: ariadne

      Sara Paretsky, "Kritische Masse". Deutsch: Laudan & Szelinski. € 24,70 / 534 Seiten. Ariadne, Hamburg 2018

    Share if you care.