"Bernsteinstaub" von Mechthild Gläser: Zeitreisen in Zeitkreisen

    13. Dezember 2018, 11:22
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    Die deutsche Autorin entwirft eine Abenteuergeschichte um die 16-jährige Ophelia und die Macht der "Zeitlosen"

    Wie kommt es, dass die Zeit einmal fliegt, dann wieder Minuten sich zu Stunden dehnen? Mechthild Gläser ersann eine märchenhaft-fantastische Antwort: Es sind die Zeitlosen, äußerlich Menschen wie du und ich, jedoch ausgestattet mit einer besonderen Fähigkeit: Sie sehen die Ströme der Zeit als Staub – und können darauf zugreifen und sie manipulieren.

    Die 16-jährige Ophelia entdeckt diese Gabe an sich und landet in einer faszinierenden Welt – die ein düsteres Geheimnis birgt. Die Abenteuergeschichte wirkt nicht völlig ausgegoren: Ophelias Verhalten scheint mitunter zu kindlich, die Figurenzeichnung verbleibt wie die zarten romantischen Anbahnungen an der Oberfläche. Aus der amüsanten Idee, historischen Persönlichkeiten von Mozart bis Napoleon Gastauftritte zu gewähren, hätte sich um einiges mehr machen lassen.

    Dennoch unterhaltsam und lesenswert: Der Anfang ist von hoher Sogwirkung, das Finale überraschend spannend, dazwischen punktet die 32-jährige Autorin mit flottem Tonfall und hat stets ein Augenzwinkern parat. (Helmuth Santler, 13.12.2018)

    • Mechthild Gläser, "Bernsteinstaub". € 20,50 / 464 Seiten. Loewe-Verlag, Bindlach 2018
      foto: loewe

      Mechthild Gläser, "Bernsteinstaub". € 20,50 / 464 Seiten. Loewe-Verlag, Bindlach 2018

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