Renzis Wunschkandidat will Italiens Sozialdemokraten nicht anführen

    6. Dezember 2018, 10:24
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    Seine Kandidatur würde die Partei noch mehr spalten, sagt Marco Minniti. Die Sozialdemokraten bräuchten aber eine "starke Führung"

    Rom – Der ehemalige italienische Innenminister Marco Minniti verzichtet auf eine Kandidatur für den Vorsitz der Demokratischen Partei (PD), Italiens stärkster Oppositionskraft. Er habe sich zu diesem Schritt entschlossen, um "die Partei zu retten", sagte der 62-Jährige der Tageszeitung "La Repubblica".

    Seine Kandidatur drohe die Mitte-links-Partei noch mehr zu spalten, meinte Minniti. Dabei brauche der PD eine "starke Führung". Er hoffe, dass aus dem Parteikongress im Frühjahr ein starker Parteichef hervorgehe, der den Italienern eine konkrete Alternative zur "nationalpopulistischen Regierung" von Lega und Fünf-Sterne-Bewegung bieten könne.

    Vorwahlen geplant

    Minnitis Verzicht ist eine Niederlage für Ex-Premier Matteo Renzi und dessen Anhänger innerhalb der zerstrittenen Partei. Renzi hatte Minnitis Kandidatur aktiv unterstützt. Um den Vorsitz bewerben sich nun der bisherige Vorsitzende Maurizio Martina und der Präsident der Region Latium mit der Hauptstadt Rom, Nicola Zingaretti, der als Favorit gilt.

    Zwischen Februar und März plant der PD Vorwahlen, der neue Chef soll die Partei dann in die Europawahl im Mai führen. Der PD, der bei der Parlamentswahl auf ein Rekordtief von 18 Prozent abgesackt war, wird bis zum Parteikongress im Frühjahr von Martina geführt. Der 40-Jährige hatte nach Renzis Rücktritt infolge der schweren Schlappe bei der Parlamentswahl das Ruder übernommen. Die Sozialdemokraten hatten eine Koalition mit der Fünf-Sterne-Bewegung abgelehnt. In der vorangehenden Legislaturperiode (2013–2018) hatte der PD mitregiert. (APA, 6.12.2018)

    • Will PD nicht führen: Marco Minniti.
      foto: ap / ciro fusco

      Will PD nicht führen: Marco Minniti.

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