Huawei-Finanzchefin in Kanada festgenommen

    Video6. Dezember 2018, 05:52
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    Meng Wanzhou soll an die USA ausgeliefert werden, China protestiert. Hintergrund ist der Vorwurf des Verstoßes gegen die Iran-Sanktionen

    In Kanada ist auf Betreiben der USA die Finanzchefin des chinesischen Telekommunikationsriesen Huawei festgenommen worden. Meng Wanzhou sei am Wochenende in Vancouver verhaftet worden, teilte ein Sprecher des kanadischen Justizministeriums am Mittwoch mit. Die USA würden eine Auslieferung verlangen.

    Keine Angaben

    Angaben zu den Vorwürfen machte das kanadische Justizministerium nicht. Die chinesische Botschaft protestierte am Mittwoch gegen Mengs Festnahme und sprach von einer Menschenrechtsverletzung. Die Managerin müsse umgehend freigelassen werden, sie habe weder gegen kanadisches noch gegen US-Recht verstoßen.

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    Die Finanzchefin des chinesischen Telekommunikationskonzerns Huawei, Meng Wanzhou, ist in Kanada festgenommen worden. Huawei soll gegen die Sanktionen der USA gegen den Iran verstoßen zu haben.

    Huawei bestätigte die Verhaftung in einem Statement. Der Konzern habe aber nur wenige Informationen erhalten, was der Managerin vorgeworfen werde und ihm sei kein Fehlverhalten bekannt. Huawei halte sich an alle Gesetze und Regulierungen, inklusive Exportkontrollen und Sanktionen der Vereinten Nationen sowie der USA und der EU.

    US-Handelsembargo gegen Iran

    Laut der kanadischen Zeitung "The Globe and Mail" sucht die US-Justiz Wanzhou wegen Sanktionsverstößen. Einem Insider zufolge wird die Tochter von Huawei-Gründer Ren Zhengfei beschuldigt, das US-Handelsembargo gegen den Iran verletzt zu haben.

    In den USA kursieren schon länger Medienberichte, wonach Justizbehörden gegen den chinesischen Telekomausrüster ermitteln. Das "Wall Street Journal" schrieb bereits im April, die US-Justiz habe Untersuchungen eingeleitet. Demnach verdächtigen die Behörden Huawei, mindestens seit 2016 in den USA gefertigte Produkte in den Iran und andere von US-Sanktionen belegte Staaten exportiert zu haben. Die USA haben den Konzern zudem unter Spionageverdacht, deshalb kann Huawei dort geschäftlich auch nur stark eingeschränkt agieren.

    Gerichtliche Anhörung

    Für Freitag wurde eine gerichtliche Anhörung mit Meng angesetzt. Dabei soll geprüft werden, ob Meng gegen Auflagen freikommt.

    Huawei ist einer der weltweit größten Anbieter von Telekommunikationsausrüstung und Dienstleistungen in dem Bereich. Dieses Jahr überholte der chinesische Konzern Apple als zweitgrößter Handyhersteller der Welt und ist Marktführer Samsung auf den Fersen.

    foto: apa
    Meng Wanzhou wurde am Wochenende verhaftet.

    In mehreren Ländern wird Huawei allerdings eine zu große Nähe zur chinesischen Regierung vorgeworfen. Die USA und andere westliche Staaten sehen Huawei als Gefahr für ihre Cybersicherheit und befürchten, dass Technologie des Konzerns ein Einfallstor für chinesische Spionage sein könnte. Erst am Mittwoch teilte der britische Telekommunikationskonzern BT mit, in seinen Netzen auf Huawei-Technik zu verzichten. Neuseelands größter Telekommunikationsanbieter Spark bekam kürzlich vom Geheimdienst die Auflage, beim Ausbau von 5G auf Huawei-Technik zu verzichten. (APA, AFP, dpa, 6.12.2018)

    • Das Huawei-Logo vor einem Einkaufszentrum in Shanghai, China.
      foto: reuters/aly song

      Das Huawei-Logo vor einem Einkaufszentrum in Shanghai, China.

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