Daniel Gatti wird Musikdirektor der Oper Rom

    4. Dezember 2018, 15:55
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    Dirigent war vom Concertgebouw Orchester wegen Belästigungsvorwürfen entlassen worden

    Rom – Der italienische Dirigent Daniele Gatti ist der neue Musikdirektor des "Teatro dell'opera" di Roma. Der 57-jährige Mailänder übernimmt ein dreijähriges Mandat ab 1. Jänner 2019, teilte der Intendant des Opernhauses, Carlo Fuortes, am Dienstag mit. Ab der nächsten Saisoneröffnung wird Gatti drei Opern pro Jahr dirigieren.

    "Nach neun Jahren hat das römische Opernhaus endlich wieder einen Musikdirektor", berichtete Fuortes. Gatti, zwischen 1992 und 1997 bereits Musikdirektor der römischen Musikakademie Santa Cecilia, hatte 2016 mit "Rigoletto" die Saison des "Teatro dell'opera" eröffnet. "Ein Orchester ist wie ein Team, und ich werde dessen Trainer sein", kommentierte Gatti.

    Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen Gatti in Amsterdam

    In Rom will Gatti ein neues Kapitel seiner Karriere beginnen. Wegen des Vorwurfs sexueller Belästigung war er vom Amsterdamer Concertgebouw Orchester entlassen worden, wo er als Chefdirigent im Einsatz war. Mehrere Musikerinnen hätten über "unangemessenes" Verhalten des Chefdirigenten geklagt. Zwei Sängerinnen hatten Gatti laut einem Bericht von "Washington Post" beschuldigt, sie sexuell belästigt zu haben. Die in der Zeitung zitierten Fälle passierten demnach 1996 und 2000, lange bevor er Dirigent in Amsterdam wurde. Doch nach der Veröffentlichung hätten sich auch Amsterdamer Musikerinnen zu Wort gemeldet.

    Sparkurs des "Teatro dell'opera"

    Nach der schmerzhaften Trennung von seinem Ehrenpräsidenten Riccardo Muti 2014 und einer radikalen Umstrukturierung hat Roms Opernhaus den Neubeginn geschafft. Fuortes gelang die "Opera di Roma" wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Im Oktober 2014 waren im Rahmen einer kollektiven Kündigung 182 Mitglieder des Orchesters und des Chors entlassen worden. Die Kündigungen waren danach widerrufen worden, die Musiker mussten jedoch Vertragsänderungen hinnehmen, dank derer die römische Oper starke Einsparungen realisieren konnte. (APA, 4. 12. 2018)

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