Alijew-Witwe und Wien verkaufen Media Quarter Marx

    4. Dezember 2018, 08:00
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    Das MQM soll an Amundi gehen, der Kaufpreis wird auf 80 Millionen Euro geschätzt

    Wien – Das Media Quarter Marx (MQM) bekommt einen neuen Eigentümer. Elnara Shorazova, die Witwe des vor dreieinhalb Jahren unter höchst sonderbaren Umständen in der Justizanstalt Josefstadt umgekommenen Rachat Alijew, verkauft ihre 60-prozentige Beteiligung an der Immobilie ebenso wie die zur Stadt Wien zählende Wirtschaftsagentur.

    Laut Insidern ist Amundi Real Estate, der Immobilienarm des größten europäischen Fondsanbieters, Käufer des Areals mit 40.000 Quadratmetern Fläche. Der Kaufpreis wird auf gut 80 Millionen Euro geschätzt. Damit würden Shorazova und die Stadt die Immobilie mit Gewinn abstoßen. Insgesamt wurden 65 Millionen Euro investiert. In drei Objekten des Media Quarter Marx sind Unternehmen wie Wiener Zeitung, Puls4/ATV und Servus angesiedelt, auch mehrere Studiengänge der Fachhochschule des BFI werden auf dem Areal des alten Schlachthofs im dritten Wiener Gemeindebezirk abgehalten.

    Wohl kein Höchstpreis

    Kenner der Materie bezweifeln, dass die Transaktion den Höchstpreis einspielen wird. Beratend für den Deal tätig war der bekannte Immobilienberater EHL, der schon einige Deals für Amundi abgewickelt hat. Interessenten wie Allianz hätten sich am angeblichen Naheverhältnis gestoßen und nach indikativen Angeboten keine verbindliche Offerte gelegt, ist zu hören. Somit sei Amundi als einziger verbindlicher Bieter verblieben. Die Wirtschaftsagentur will das nicht näher kommentieren. Der Vergabeprozess sei transparent aufgesetzt und von Juristen begleitet worden, erklärt eine Sprecherin. Über einen Zuschlag könne man noch keine Angaben machen, da man sich "auf den letzten Metern" befinde.

    Die Eigentümerkonstruktion beim Media Quarter Marx hat immer wieder für Aufregung gesorgt. Neben der Stadt war ursprünglich der frühere Notenbank-Präsident Adolf Wala am MQM beteiligt. Der SP-nahe Manager verkaufte seine Beteiligung dann still und heimlich an Alijew, der sein Eigentum hinter mehreren Treuhandschaften verbarg. Erst mit der Fehde mit seinem Ex-Schwiegervater Nursultan Nasarbajew kam Licht ins Dunkel. Der kasachische Staatspräsident ließ Alijew wegen des angeblichen Plans eines Staatsstreichs und Mordes verfolgen, mehrere Ermittlungsversuche der österreichischen Justiz endeten im Nirgendwo. 2014 kam es dann doch zur Verhaftung und später zur Mordanklage gegen Alijew.

    Damals wurde auch ein erster Anlauf zum Verkauf des MQM gestoppt. In der Zwischenzeit übernahm Shorazova die Anteile ihres Mannes, die indirekt über das Vehikel A.V. Maximus gehalten werden, (as, 4.12.2018)

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