Neuer Bewerb bringt ÖFB-Klubs keinen weiteren Europacupplatz

    Infografik3. Dezember 2018, 12:32
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    Zwei heimische Vertreter treten statt in der Europa-League-Quali ab 2021 in der Ausscheidung für die neue Europa League 2 an. Mindestens 34 statt bisher 26 Länder sind in einer Gruppenphase vertreten

    Dublin/Wien – Österreich erhält durch die Einführung eines dritten Bewerbs keinen zusätzlichen Starter im Europacup. Das geht aus der von der Uefa am Sonntagabend veröffentlichten Zugangsliste für den Zyklus von 2021 bis 2024 hervor. Sollte Österreich in der maßgeblichen Fünfjahreswertung bis 2020 seinen Platz behaupten, gibt es für die erste Saison der neuen Ära (2021/22) weiterhin fünf Startplätze.

    In den Gruppenphasen der Champions League, der Europa League und der neuen Europa League 2 (Arbeitstitel) treten künftig jeweils 32 Teams an. Spieltag für Europa League und Europa League 2 ist jeweils der Donnerstag. Dienstag und Mittwoch bleiben für die Champions League reserviert. Details der Uefa etwa zur Geldverteilung in den drei Bewerben lagen laut Bundesliga-Angaben am Montagvormittag noch nicht vor.

    Die Uefa hatte die Reform am Sonntag bei einer Sitzung ihres Exekutivkomitees in Dublin beschlossen. Künftig sind dadurch 96 statt 80 Teams (32 in der Champions League, 48 in der Europa League) in einer europäischen Gruppenphase vertreten. Allerdings können nur die besten sechs Nationen der Fünfjahreswertung mehr als drei Klubs in den beiden höchsten Bewerben stellen.

    Vierter und fünfter ÖFB-Starter in Quali zu Europa League 2

    Der vierte und der fünfte ÖFB-Starter müssen mit der Qualifikation zur Europa League 2 vorliebnehmen, dürfen sich dort aber größere Hoffnungen machen, die Gruppenphase zu erreichen und damit bis zum Winter international vertreten zu sein. Dazu kommen die zehn Verlierer der Playoff-Runde der Europa-League-Qualifikation, in der ein heimischer Klub – vermutlich der Cupsieger – vertreten ist.

    Die Zugangskriterien zur Champions League bleiben unverändert. Der heimische Meister darf, sollte der in der Vorsaison eroberte elfte Rang in der Fünfjahreswertung wieder geschafft werden, weiterhin auf einen CL-Fixplatz hoffen, sofern sich der Champions-League-Sieger über die nationale Liga für die Folgesaison qualifiziert. Derzeit ist Österreich im Ranking knapp hinter die Niederlande auf Platz zwölf gerutscht, der einen Platz im CL-Playoff bedeutet.

    Bleibt die heimische Bundesliga in der Fünfjahreswertung auf den Rängen zehn bis 15, erhält der Vizemeister weiterhin einen Startplatz in der zweiten Runde der Champions-League-Qualifikation. In der Europa-League-Qualifikation tritt nach der Reform nur noch ein Klub an – bis Fünfjahreswertungsrang zwölf in der letzten Quali-Runde (Playoff), bis Rang 15 in der vorletzten.

    Fixplatz schwindet durch die Reform

    Bisher hat die Uefa den höchstmöglichen Platz in der Europa League stets dem nationalen Cupsieger vorbehalten. ÖFB und Bundesliga gehen davon aus, dass das weiterhin der Fall ist. Österreichs Cupsieger ist 2019 für die Europa League qualifiziert. Dieser Fixplatz schwindet durch die Reform ab 2021.

    In der Qualifikation zur Europa League 2 steigen die heimischen Vertreter in der zweiten beziehungsweise dritten von vier Quali-Runden ein. Auch Klubs der Topnationen sind im "kleinsten" Europacup-Bewerb vertreten – in der Qualifikation jeweils einer aus den besten fünf Ligen. In den Qualifikationen für Europa League und Europa League 2 gibt es weiterhin Umsteiger, die in einer früheren Runde eines nächsthöheren Bewerbs gescheitert sind.

    Besonders augenscheinlich wird die Durchmischung der Bewerbe nach der Gruppenphase. Dann spielen die Gruppendritten der Champions League gegen die Gruppenzweiten der Europa League eine K.-o-Runde um den Einzug ins Europa-League-Achtelfinale. Gleiches gilt für die Gruppendritten der Europa League und die Zweiten der Europa League 2 für das Achtelfinale im neuen Bewerb. Das Format der Champions League bleibt unangetastet.

    Durch die Reform sind künftig nicht nur mehr Teams in einer europäischen Gruppenphase vertreten, sondern auch mindestens 34 statt wie bisher 26 verschiedene Länder. "Der neue Uefa-Klubbewerb macht Uefa-Klubbewerbe inklusiver als jemals zuvor", sagt Uefa-Präsident Aleksander Ceferin. Durch die höhere Anzahl an Spielen sollen freilich auch Mehreinnahmen generiert werden. (APA, 3.12.2018)

    CHAMPIONS LEAGUE:

    - Die Gruppenphase bleibt unverändert. 32 Teams spielen in acht Gruppen. Gruppensieger und Gruppenzweite qualifizieren sich für die K.-o.-Phase.

    - Österreichs Meister darf weiterhin auf einen Fixplatz hoffen, sofern Platz elf in der Fünfjahreswertung gehalten wird. Der Vizemeister spielt in der Qualifikation.

    - Alle Spiele bis inklusive Halbfinale finden wie gewohnt dienstags und mittwochs statt.

    - Der Sieger wird in einer neuen Uefa-Finalwoche am Samstag gekürt.

    Neu:

    - Die acht Gruppendritten spielen in einem K.-o.-Duell gegen einen der acht Gruppenzweiten der Europa League um den Achtelfinaleinzug in der Europa League. Bisher gab es für vier Umsteiger auch Duelle mit Europa-League-Gruppensiegern.

    EUROPA LEAGUE:

    - Alle Spiele finden donnerstags statt. Möglicherweise gibt es eine Verschiebung bei den Anstoßzeiten.

    - Der Sieger bekommt einen Startplatz in der Gruppenphase der folgenden Champions-League-Saison.

    Neu:

    - In der Gruppenphase spielen nur noch 32 statt 48 Teams. Die acht Gruppensieger ziehen ins Achtelfinale ein. Die acht Gruppenzweiten spielen eine K.-o.-Runde gegen die Gruppendritten der Champions League.

    - Die Gruppendritten spielen eine K.-o.-Runde gegen die Zweiten der Europa League 2 um den Einzug in das Achtelfinale des neuen Formats. Sie bekommen eine neue Chance auf einen Europacup-Titel. Bisher war die internationale Saison für sie im Dezember beendet.

    - Aus Österreich nimmt nur noch ein Team an der Qualifikation teil – vermutlich der Cupsieger, der in der kommenden Saison sogar einen Fixplatz in der Gruppenphase der Europa League erhält. Dieser Fixplatz ist mit der Reform aber weg.

    - Der Europa-League-Sieger wird in einer neuen Uefa-Finalwoche am Donnerstag gekürt.

    EUROPA LEAGUE 2:

    - 32 Teams spielen in acht Gruppen in Hin- und Rückrunde analog zu den anderen beiden Wettbewerben. Die Gruppensieger ziehen ins Achtelfinale ein. Die Gruppenzweiten spielen eine K.-o.-Runde gegen die Dritten der Europa League um den Einzug ins Achtelfinale.

    - Aus Österreich nehmen der Ligadritte und der Ligavierte – oder der Vierte und Fünfte, falls der Cupsieger schon für Champions League oder Europa League qualifiziert ist – an der Qualifikation teil.

    - Alle Spiele bis zum Halbfinale finden donnerstags statt. Die Anstoßzeiten müssen noch fixiert werden. Einige Spiele in osteuropäischen Ländern werden aufgrund der Zeitverschiebung bereits um 16.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit angepfiffen.

    - Der Sieger wird in einer neuen Uefa-Finalwoche am Mittwoch gekürt.

    - Der Sieger bekommt einen Startplatz in der Gruppenphase der folgenden Europa-League-Saison.

    • Die Uefa krempelt um.
      foto: reuters/denis balibouse

      Die Uefa krempelt um.

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