Wartungsarbeiten legen Teilchenbeschleuniger am Cern zwei Jahre lahm

    Video3. Dezember 2018, 11:34
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    Arbeiten machen die Abschaltung notwendig, erstes neues Experiment für März 2021 geplant

    Genf – Die größte Forschungsmaschine der Welt wird ab Montag schrittweise abgeschaltet. Der unterirdische Teilchenbeschleuniger Large Hadron Collider (LHC) der Europäischen Organisation für Kernforschung (Cern) in Genf muss etwa zwei Jahre lang gewartet, repariert und teils erneuert werden.

    "Zuerst wird der noch laufende Blei-Ionen-Strahl aus dem Beschleuniger in einen Graphitblock geleitet, dann schalten Einsatzleiter per Computer die ersten Stromwandler ab", sagte der Physiker Rende Steerenberg in Genf. In dem Graphitblock wird die Energie aus dem Strahl gefahrlos in Wärme umgewandelt.

    Auch wenn die physikalischen Experimente zu Ende sind, laufe der LHC mit seinem fast 27 Kilometer langen ringförmigen Tunnel noch einige Tage, so Steerenberg. Die Physiker wollen testen, wie belastbar die Magnete sind. Sie wollen die Protonen künftig mit noch mehr Energie auf Kollisionskurs bringen.

    Kommende Woche wird dann das flüssige Helium, mit dem die Magnete bei laufendem Betrieb gekühlt werden, in oberirdische Tanks geleitet. Danach können die Wartungsarbeiten beginnen. Mit dem ersten neuen Experiment wird im März 2021 gerechnet.

    Der lange Shutdown ist Teil einer größeren Umbauarbeit und von zentraler Bedeutung für die Zukunft des LHC: 2026 soll der High-Luminosity LHC starten. Dabei soll eine höhere Luminosität und damit mehr Teilchenkollisionen pro Zeit und Fläche als bisher erreicht werden. (red, APA, 3.12.2018)

    • Die Experimente am CERN müssen planmäßig ausgesetzt werden.
      foto: ap

      Die Experimente am CERN müssen planmäßig ausgesetzt werden.

    • cern

      Video zum Projekt High-Luminosity LHC.

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