Radlobby, SPÖ & Grüne kritisieren STEP Wr. Neustadt

    3. Dezember 2018, 12:22
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    Manche Themen werden komplett ausgelassen, bei anderen gibt es Aufholbedarf, etwa bei Grünflächen und Verkehr

    Wr. Neustadt – Wie in vielen Regionen um Wien nimmt auch in Wiener Neustadt die Einwohnerzahl zu. Das stellt die Stadtentwicklung vor Herausforderungen. Nun soll es einen umfassenden Stadtentwicklungsplan (STEP 2030) geben. Vor einigen Wochen hat der Standard mit dem zuständigen Stadtrat Franz Dinhobl (ÖVP) darüber gesprochen.

    Kritik kommt nun von anderen politischen Fraktionen, die an der Entwicklung des STEP beteiligt sind. Etwa von Tanja Windbüchler-Souschill, Gemeinderätin der Grünen. Sie kritisiert, dass, obwohl der Schutz von Grünflächen ein Thema des STEP ist, bestimmte schützenswerte Flächen nicht als schützenswert ausgewiesen sind. "Sie sollen per Verordnung verbaut werden können."

    Zuckerln für Autofahrer

    Eindeutige Zugeständnisse fordert sie beim Verkehr. "Die ÖVP als Autofahrerpartei gibt dem Autoverkehr Zuckerln." So sei die geplante Ostumfahrung im STEP überhaupt kein Thema. Hannes Höller von der Radlobby Wiener Neustadt wittert falsche Annahmen: "Die Ostumfahrung soll den Verkehr in der Stadt verringern und Platz für Radwege schaffen. Das ist ein Irrglaube, neue Straßen erhöhen immer das Verkehrsaufkommen." Er kritisiert, dass im STEP konkrete Ziele fehlen, etwa "dass wir 2030 einen Modal Split von 60 Prozent erreichen".

    Bisher traue sich niemand auszusprechen, dass eine Stärkung umweltverträglicher Verkehrsmittel auf Kosten von Autos gehen muss. Das gilt auch für die Stellplätze. Windbüchler-Souschill: "In Zeiten des Klimawandels braucht es nicht zwei Stellplätze pro Wohnung."

    Parkplätze sind auch bei der SPÖ Thema. Verkehrsstadtrat Martin Weber will verhindern, "dass Wiener Neustadt zum Pendlerparkplatz im Süden von Wien wird", und rund um den Bahnhof Anrainerparken schaffen. Am südlichen Stadtrand sollen Parkplätze entstehen, von denen Einpendler mit Bussen ins Zentrum gebracht werden. Außerdem, fordert er, müsse der Zuzug mit entsprechenden Flächenwidmungen kanalisiert und im Zentrum künftig höher gebaut werden. (Bernadette Redl, 3.12.2018)

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