Homophober Angriff in "Fallout 76": Spieler lebenslang gesperrt

    3. Dezember 2018, 10:49
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    Hersteller Bethesda griff bei Spielern durch, die Jagd auf homosexuelle Spieler machten

    Hersteller Bethesda Softworks hat nach homophoben Attacken im Online-Game Fallout 76 die Accounts einer Gruppe von Spielern auf Lebenszeit gesperrt. Einer der Betroffenen meldete den Vorfall auf Twitter und machte so die Community-Manager aufmerksam. Kurz darauf veröffentlichte einer der Angreifer auf Youtube einen Mitschnitt der Aktion unter dem Titel "Cleansing of the queers", woraufhin sich Bethesda zur Sperrung der Spieler vornahm.

    Schockierender Vorfall

    Bei dem Vorfall hatte eine Gruppe von Spielern mit hochrangigen Charakteren eine andere Gruppe angepöbelt und dann mit der Begründung, homosexuelle Spieler vernichten zu wollen, die Spieler getötet. Über den Proximity-Chat, der automatisch Gespräche zwischen Fremden erlaubt, sobald sich diese in der Nähe befinden, ist zu hören, wie der Gruppenführer mit dem Spitznamen NathanTheHicc Sprüche wie "queer down" oder "decontaminate the aids" von sich gibt.

    Der Angriff erstreckt sich über mehrere Minuten, da Spieler, die in Fallout 76 nicht zurückschlagen, langsamer Schaden nehmen. Eines der Opfer mit dem Spitznamen AJpls veröffentlichte bereits Mitte November Mitschnitte des homophoben Angriffs auf Twitter und trat so auch mit Bethesda in Kontakt.

    "Ich bereue den Vorfall nicht"

    In einer Stellungnahme gegenüber der britischen Seite Eurogamer bestätigte Angreifer NathanTheHicc, dass er mit der öffentlich verbreiteten Sicht der Dinge übereinstimme. Mit einer Ausnahme allerdings: Tatsächlich habe er nichts gegen Homosexuelle. Er und seine Freunde hatten sich an diesem Abend bloß einen Spaß erlaubt und nach dem ersten Aufeinandertreffen dachte man, es wäre lustig, die andere Gruppe zu ärgern. Als bösartig würde er die Aktion nicht bezeichnen, sondern als unreife Verspieltheit. NathanTheHicc geht laut Bericht in die Oberstufe einer US-amerikanischen Highschool.

    "Ich bereue den Vorfall nicht", heißt es in einer Stellungnahme gegenüber Eurogamer. "Ich werde mich nicht dafür entschuldigen. Ich plane nicht, so etwas in Zukunft wieder zu machen, aber ehrlich gesagt, hatte ich den ursprünglichen Vorfall auch nicht geplant. Ich habe sie einfach gefunden und mich dann entschieden, es durch zu ziehen", sagt NathanTheHicc.

    "Wir werden ein solches Verhalten nicht tolerieren"

    Wenngleich der Angriff nur im Spiel stattfand, sei es laut AJpls ein schockierendes Erlebnis gewesen. Als homosexueller Streamer, der seine Neigung öffentlich bekannt gibt, seien er und seine Freunde zwar homophobe Beleidigungen gewohnt, doch nach dem Vorfall habe man sich wirklich betroffen gefühlt.

    Wenngleich sich die Bethesda-Community-Manager als sehr hilfsbereit erwiesen, hoffe er, dass es künftig bessere Möglichkeiten geben wird, um Online-Belästigungen zu melden und vorzubeugen. Der Hersteller nahm den Fall in jedem Fall nicht auf die leichte Schulter. Nach einer initialen Verwarnung und Sperre von drei Tagen sichteten die zuständigen Mitarbeiter alle Videos und kamen letztlich zu dem Schluss, dass man ein solches Verhalten nicht dulden könne und sperrte die Accounts auf Lebenszeit. "Wir werden ein solches Verhalten gegen unserer Spieler nicht tolerieren", so Bethesda. (red, 3.12.2018)

    • Bethesda: "Wir werden ein solches Verhalten gegen unserer Spieler nicht tolerieren"
      foto: bethesda softworks

      Bethesda: "Wir werden ein solches Verhalten gegen unserer Spieler nicht tolerieren"

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