"Gewalt ausgeübt": Geständnis nach Tötung einer 17-Jährigen in Deutschland

    3. Dezember 2018, 17:07
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    Der Beschuldigte befindet sich in Haft

    Bonn – Ein 19-Jähriger hat gestanden, eine 17-Jährige aus dem deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz getötet zu haben. Ermittler hatten die Leiche am Sonntagabend in einer städtischen Unterkunft für Flüchtlinge und Obdachlose in Sankt Augustin in Nordrhein-Westfalen gefunden. "Der Beschuldigte räumt ein, Gewalt gegen sie ausgeübt zu haben", sagte der Bonner Oberstaatsanwalt Robin Faßbender am Montag. Der Mann mit deutschem und kenianischem Pass sollte dem Haftrichter vorgeführt werden.

    Was genau passiert ist, wurde am Tag nach dem Fund der Leiche nur langsam klarer. Die Eltern hatten ihre Tochter am Freitag als vermisst gemeldet. Einem WDR-Bericht zufolge wollte sie eine Freundin besuchen, kam dort aber nie an. Am Sonntag fanden Spaziergänger an einem See bei Sankt Augustin in der Nähe von Bonn Kleidung und die Handtasche der Vermissten. Daraufhin suchten mehr als 150 Einsatzkräfte das Gewässer und die Umgebung ab. Auch Taucher, Hubschrauber und Hunde waren beteiligt.

    Zu diesem Zeitpunkt war die 17-Jährige bereits tot. Nach Erkenntnissen der Ermittler starb sie bereits in der Nacht auf Samstag. Der mutmaßliche Täter und sein Opfer kannten einander wohl erst seit kurzem. Der 19-Jährige habe ausgesagt, dass er das Mädchen am Freitagabend kennengelernt habe, sagte Faßbender. Sie seien zusammen in eine Kneipe gegangen, dann sei die junge Frau mit ihm in die Unterkunft gekommen. Dort sei es zu einem Streit gekommen, in dessen Verlauf der Mann gewalttätig geworden sei. Weitere Details wollte Faßbender nicht nennen, eine Waffe sei nicht im Spiel gewesen.

    Suche mit Tauchern und Drohnen

    Die Eltern der 17-Jährigen hatten sie am Freitag als vermisst gemeldet. Daraufhin nahmen mindestens 150 Polizisten und Feuerwehrleute die Suche auf. Sie suchten mit zehn Tauchern in einem See, mit einer Drohne samt Wärmebildkamera sowie einem Hubschrauber der Bundespolizei. Das Technische Hilfswerk leuchtete den See im Stadtteil Meindorf und dessen Ufer aus. Auch Rettungshunde waren dabei.

    Bekannte des Mädchens hatten an den beiden Tagen nach dessen Verschwinden noch mehrmals Nachrichten von ihrem Handy erhalten, berichtete der WDR unter Berufung auf die Polizei.

    Große Betroffenheit im Heimatort

    Im Heimatort der 17-Jährigen löste die Todesnachricht Bestürzung aus. "Hier herrscht eine tiefe Betroffenheit", sagte der Bürgermeister der Kleinstadt Unkel. "Unsere Gedanken sind natürlich bei der Familie. Wir haben halbmast geflaggt." (APA, dpa, red, 3.12.2018)

    Der Artikel wird laufend ergänzt.

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