EM-Quali: ÖFB trifft auf Polen, Israel, Slowenien, Mazedonien und Lettland

    2. Dezember 2018, 11:26
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    In Dublin wurden die Quali-Gruppen zur EM 2020 ausgelost. Österreich hat es gut erwischt

    Dublin – Österreichs Fußball-Nationalmannschaft tritt in der Qualifikation für die EM 2020 gegen Polen, Israel mit Teamchef Andreas Herzog, Slowenien, Mazedonien und Lettland an. Das ergab die Auslosung am Sonntag in Dublin. Um zum dritten Mal nach 2008 und 2016 bei einer kontinentalen Endrunde dabei zu sein, muss das ÖFB-Team unter den Top zwei landen.

    Ausgetragen wird die Qualifikation von März bis November 2019. Das ÖFB-Team startet am 21. März 2019 (20.45 Uhr/live ORF eins) in Wien mit einem Heimspiel gegen Polen in die EM-Qualifikation. Drei Tage später gastiert die ÖFB-Auswahl dann in Israel. Das Auswärtsmatch gegen die Polen findet am 9. September statt, das Heimspiel gegen Israel am 10. Oktober. Im letzten Match sind die Österreicher am 19. November in Lettland zu Gast.

    Aus Topf eins erwischte Österreich mit Polen den vermeintlich leichtesten Gegner. Robert Lewandowski und Co. scheiterten bei der WM in der Gruppenphase und stiegen aus der Nations-League-Liga A ab. Seit Juli fungiert der frühere Österreich-Legionär Jerzy Brzeczek als Teamchef der Polen.

    Duell mit Herzog

    Noch bekannter in Österreich ist der Nationaltrainer Israels. Diesen Job übt ÖFB-Rekordspieler Andreas Herzog seit vergangenen Sommer aus, und das durchaus erfolgreich – der Nations-League-Gruppensieg in Liga C wurde nur knapp verpasst. Neben Herzog sind beim israelischen Verband auch Willi Ruttensteiner als Sportdirektor und Klaus Lindenberger als Tormanntrainer tätig.

    Gegen den Rivalen aus Topf vier, Slowenien, gab es im vergangenen März in Klagenfurt einen souveränen 3:0-Testspielsieg des ÖFB-Teams. Auf Mazedonien ist Österreichs Auswahl bisher noch nie getroffen. Gegen die Letten, die wohl unangenehmste aller Mannschaften aus Topf 6, gab es in sieben Partien bisher fünf Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage. (APA, 2.12.2018)

    EM-Qualifikation, Auslosung

    Gruppe A: England, Tschechien, Bulgarien, Montenegro, Kosovo

    Gruppe B: Portugal, Ukraine, Serbien, Litauen, Luxemburg

    Gruppe C: Niederlande, Deutschland, Nordirland, Estland, Weißrussland

    Gruppe D: Schweiz, Dänemark, Irland, Georgien, Gibraltar

    Gruppe E: Kroatien, Wales, Slowakei, Ungarn, Aserbaidschan

    Gruppe F: Spanien, Schweden, Norwegen, Rumänien, Färöer, Malta

    Gruppe G: Polen, ÖSTERREICH, Israel, Slowenien, Mazedonien, Lettland

    Gruppe H: Frankreich, Island, Türkei, Albanien, Moldau, Andorra

    Gruppe I: Belgien, Russland, Schottland, Zypern, Kasachstan, San Marino

    Gruppe J: Italien, Bosnien-Herzegowina, Finnland, Griechenland, Armenien, Liechtenstein

    Die Qualifikation wird in zehn Gruppen zu fünf oder sechs Mannschaften ausgetragen. Gespielt wird zwischen 21. März und 19. November 2019. Die Erst- und Zweitplatzierten (gesamt 20) qualifizieren sich für die EM vom 12. Juni bis 12. Juli 2020 in zwölf europäischen Städten. Die restlichen vier Plätze werden im März 2020 via Nations-League-Playoff ausgespielt.

    Stimmen:

    Franco Foda (ÖFB-Teamchef): "Es ist eine sehr spannende, ausgeglichene Gruppe. Ich habe aber auch schon vor der Auslosung gesagt, dass wir es nehmen, wie es kommt. Wir freuen uns auf alle Spiele, es ist alles möglich und wenn du dich qualifizieren willst, musst du den ersten oder zweiten Platz belegen. Heutzutage darf man keinen Gegner auf die leichte Schulter nehmen."

    Leo Windtner (ÖFB-Präsident): "Es gibt bei einer Qualifikation keine leichte Gruppe. Unsere Gruppe ist sportlich machbar, wenn es uns gelingt, unser Potenzial abzurufen. Polen hat bei der WM nicht so überzeugt, sind aber sicherlich der stärkste Gegner. Natürlich stellt die Begegnung mit Israel eine Besonderheit dar, wiewohl wir sicherlich vermeiden werden, dass wir die gesamte Qualifikation nur auf diese Begegnung reduzieren. Die anderen Gegner sind machbar, aber leichte Gegner gibt es nicht mehr. Am wichtigsten ist aber, dass wird die Qualifikation schaffen. Das wäre für den österreichischen Fußball wieder ein gewaltiger Rückenwind."

    Sebastian Prödl (ÖFB-Teamspieler): "Die Gruppe ist akzeptabel, aber sicher nicht leicht – auch wenn wir keinen der ganz Großen wie Frankreich, Spanien oder England gezogen haben. Ich denke, dass sich alle Mannschaften ungefähr auf Augenhöhe befinden und niemand klar abfällt. Wir haben keinen Grund, einen Gegner zu unterschätzen. Letztes Mal haben wir uns auch über die Auslosung gefreut und dann waren wir bei der Endrunde in Russland nicht dabei. Aber es gibt keinen Grund, pessimistisch zu sein. Wir wollen und können uns für die Europameisterschaft qualifizieren."

    Andreas Herzog (Israel-Teamchef/via ORF): "Gegen Österreich zu spielen, ist eine lustige Geschichte, aber wenn es zu den Spielen kommt, wird der nötige Ernst dabei sein. Natürlich hat Österreich eine gute Mannschaft, die Favorit ist. Sie haben so viel Klasse, dass sie schon ein bisschen besser sind als wir. Aber wir haben eine Mannschaft, die jedem Gegner in der Gruppe gefährlich werden kann. Die Gruppe ist ausgeglichen, es hätte für jeden schwerer kommen können."

    Willibald Ruttensteiner (Sportdirektor Israel): "Polen und Österreich sind ganz klar die Favoriten in der Gruppe, die liegen beide um Platz 20 in der Weltrangliste und damit weit vor allen anderen. Den Rest der Mannschaften sehe ich auf Augenhöhe und ausgeglichen. Mazedonien und Lettland sind nicht zu unterschätzen – das sind gut organisierte Teams, die zu Hause jeden ärgern können. Wenn wir in dieser Gruppe Zweiter werden sollten, dann wäre das eine Riesensensation. Israel kann sich nicht mit Österreich und Polen vergleichen, aber wir werden alles tun, um die Mannschaft von Franco Foda zu ärgern. Es wird ganz sicher ein komisches Gefühl, wenn wir gegen Österreich spielen. Die Emotionen, die ich kurz nach dem Abschied vom ÖFB hatte, sind nicht mehr so stark, ich bleibe ja Österreicher und drücke der Mannschaft sonst in jedem Spiel die Daumen. Jedenfalls ist es ein Vorteil für Israel, dass unser Trainerstab die österreichische Mannschaft ganz genau kennt. Scouten werden wir nicht viel müssen, jedoch gibt es unter Foda auch neue Ansätze und eine eigene Philosophie."

    • Um diesen Pokal geht es.
      foto: apa/afp/georges gobet

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