Algerien: Urmenschenart hinterließ 2,4 Millionen Jahre alte Werkzeuge

    1. Dezember 2018, 10:08
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    Funde sind kaum jünger als die bislang ältesten Steinwerkzeuge aus Ostafrika

    foto: mohamed sahouni
    Wer mag hier am Werk gewesen sein?

    Algier – Archäologen haben in Algerien Steinwerkzeuge und Tierknochen mit Schnittmarkierungen gefunden, die bis zu 2,4 Millionen Jahre alt sein könnten. "Die neuen Funde machen Ain Boucherit zur ältesten Stelle in Nordafrika mit Nachweisen menschlicher Fleischverwertung in Verbindung mit Steinwerkzeugen", berichten die Forscher um Mohamed Sahouni in "Science".

    Welche Spezies die Werkzeuge angefertigt hat, ist unbekannt. Die Forscher sprechen vorsichtig von Hominini, was nicht nur alle Angehörigen der Gattung Homo, sondern etwa auch den Australopithecus umfasst. Von dem ist Werkzeuggebrauch allerdings bislang nicht belegt. Das Alter der Funde würden aber auch die frühesten Vertreter unserer eigenen Gattung in Frage kommen lassen, Homo rudolfensis und Homo habilis.

    Rasche Verbreitung oder parallele Entwicklung

    Die Artefakte wurden in Setif gefunden, etwa 300 Kilometer östlich der Hauptstadt Algier. Die Werkzeuge sind den sogenannten Oldowan-Steinen ähnlich, die bisher hauptsächlich in Ostafrika gefunden wurden. Sie wurden neben Dutzenden fossilen Tierknochen aus der Erde geborgen, die Schnittspuren aufwiesen. Die Knochen stammen demnach von Krokodilen, Elefanten und Flusspferden.

    foto: i. caceres]
    Dieser Rinderknochen wurde gezielt bearbeitet.

    Die Forscher weisen darauf hin, dass Ostafrika allgemein als Geburtsort der Nutzung von Steinwerkzeugen durch Urmenschen gilt. Die ältesten Artefakte dort sind bis zu 2,6 Millionen Jahre alt. "Die Fundstelle ist die zweitälteste der Welt nach Gona in Äthiopien", sagt Sahouni. Bisher wurden die ältesten in Nordafrika gefundenen Werkzeuge auf 1,8 Millionen Jahre datiert. Menschliche Überreste hat man bislang keine entdeckt, sodass keine Rückschlüsse auf die dort lebende Art der Menschenvorfahren möglich waren.

    Die neuen Funde legen aber nahe, dass es ähnlich frühe Nutzungen auch außerhalb des Ostafrikanischen Grabens gegeben haben könnte. Entweder breitete sich die neue Fertigkeit sehr schnell vom Osten in den Norden des Kontinents aus, oder sie wurde mehrfach unabhängig voneinander entwickelt. (red, APA, 1. 12. 2018)

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