Vor der Wintersonnenwende schaut noch ein Komet vorbei

    1. Dezember 2018, 07:30
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    Wirtanen im Anflug: Die besten Beobachtungsmöglichkeiten sind in den Nächten vor der größten Annäherung am 16.

    grafik: urania star/standard

    Die Lichten Tage verkürzen sich vom 1. mit 8 Stunden 39 Minuten bis zur Wintersonnenwende am 21. auf 8 Stunden 21 Minuten. Dann folgt ein langsamer Anstieg bis 31. auf 8 Stunden 25 Minuten. Die Sonne erreicht als Wandelgestirn im Tierkreis am 21. um 23.22h MEZ den Anfang des Zeichens Steinbock. Im Freiluftplanetarium Sterngarten Georgenberg bei der Wotrubakirche in Wien zieht am 21. die helle Mitte des von der Lochscheibe am Nordpfeiler geworfenen Schattens über die Querspange am Schrägmast mit der Aufschrift 21 DEZ und dem Steinbock-Symbol.

    Am 16. erreicht der Komet Wirtanen seine größte Annäherung an die Erde. Die beste Beobachtungszeit sind aber die Nächte davor, solange das Mondlicht noch schwach ist. Auf seinem Weg durch die Sternbilder Stier und Fuhrmann in Richtung Südosten bis Süden sollte der Komet zumindest mit einem Fernglas gut zu sehen sein, vielleicht sogar mit bloßem Auge.

    Der Mond geht nahe Mitternacht als breite Sichel auf und steht am 4. nahe Venus sowie tags darauf bei Merkur. Tief in der Morgendämmerung des 6. zeigt sich zwischen Ostsüdost und Südost – immer noch nahe Merkur – die zarte Altlichtsichel: Das ist die letzte sichtbare Mondphase vor dem Neumond am 7. Tief in der Abenddämmerung des 8. taucht der Mond als feine Neulichtsichel nahe Südwest wieder auf und steht am 9. bei Saturn. Er erreicht am 12. seine Erdferne im Steinbock. Am 14. und 15. finden wir ihn nahe Mars, am 15. tritt das Erste Viertel ein. Am 22. wird der Vollmond in den Zwillingen erreicht. Am 24. durchläuft der Mond seine Erdnähe und tritt am 29. ins Letzte Viertel in der Jungfrau ein.

    Planeten: Merkur erscheint frühestens tief in der Morgendämmerung des 4. in Ostsüdost und kann bis 31. beobachtet werden. Er zieht von der Waage in den Skorpion und weiter bis in den Schlangenträger. Venus strahlt morgens hoch im Südost bis Südsüdost, erreicht am 2. ihren größten Glanz und wechselt von der Jungfrau in die Waage. Mars steht weiter am Abendhimmel hoch im Süden und wechselt vom Wassermann in die Fische. Jupiter lässt sich frühestens am 11. tief in der Morgendämmerung sehen. Er steht zwischen Südost und Südsüdost und wechselt vom Skorpion in den Schlangenträger. Saturn können wir noch spätestens bis 13. abends tief nahe Südwest im Schützen finden.

    Sternbilder: Die Karte gilt für den 1. Dezember um 21.12h und für den 31. um 19.14h. Sie zeigt das Große Norddreieck zugleich mit dem Sechseck um Orion. Unter seinem Gürtel finden wir den großen Orionnebel, wo noch neue Sterne entstehen, und im Stier das Siebengestirn mit seinen gleich fernen, sehr jungen Sternen. (Hermann Mucke, 1. 12. 2018)


    Weitere Informationen: (01) 889 35 41 oder beim Astronomischen Büro.

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