Jean Pauls "Freiheits-Büchlein": Die Freiheit des Wortes

    14. Dezember 2018, 10:38
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    Peter Matic gelang es in dieser neu aufgelegten Lesung, die Langsätze des fränkischen Autors verständlich zu machen

    Jean Paul (Jean Paul Friedrich Richter, 1763-1825) war der vielleicht schreibwütigste deutsche Autor der letzten 250 Jahre. Mehr als 11.000 Druckseiten umfasst die Gesamtausgabe von 1840 bis 1842, eine historisch-kritische Edition ist seit 1927 in Arbeit befindlich. Die nachgelassenen Schriften, seit 1888 Eigentum der Berliner Staatsbibliothek, werden auf 40.000 Seiten geschätzt.

    Allein deren Katalogisierung nahm 23 Jahre in Anspruch. Und als 2013 sein 250. Geburtstag anstand, erschienen sehr dicke Biografien. 1805 hatte ihn ein lämmerhafter Zensor so erbost, dass er daranging, ein für seine Verhältnisse einigermaßen stringentes, zeitloses wie sehr zeitnahes Traktätchen, das Freiheits-Büchlein, voller Ironie und springenden Spotts über die Freiheit des Wortes und Einengung, über Knechtung, Fortschritt und Reaktionäre.

    Peter Matic gelang es in dieser neu aufgelegten Lesung für den MDR aus dem Jahr 2007 sehr gut, die ausgreifenden, nicht selten ins Endlose vorstoßenden Langsätze des fränkischen Autors sehr verständlich zu machen. (Alexander Kluy, 14.12.2018)

    • Jean Paul, "Freiheits-Büchlein". € 11,30 / 74 min. Der Audio-Verlag, Berlin 2018
      foto: der audio-verlag

      Jean Paul, "Freiheits-Büchlein". € 11,30 / 74 min. Der Audio-Verlag, Berlin 2018

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