Hofer: Vereinbarungen mit Briten für Luftverkehr nach Brexit

    30. November 2018, 10:37
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    Piloten-Lizenzen und Typengenehmigungen werden anerkannt

    London – Die EU hat mit Großbritannien erste Vereinbarungen getroffen, um einen reibungslosen Luftverkehr auch nach einem harten Brexit sicherzustellen. Wie Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) am Freitag vor einem EU-Ministerrat in Brüssel sagte, würden britische Lizenzen und Typengenehmigungen weiter anerkannt.

    "Es ist krisensicher, aber wir hoffen auf einen geregelten Brexit, weil ein Hard Brexit für alle Nachteile hätte", sagte Hofer, der als amtierender EU-Ratspräsident eine Sitzung der für Weltraumfragen zuständigen EU-Minister leitet.

    Vorbereitet auf harten Brexit

    "Wir sind bereits vorbereitet. Wenn es hier Probleme geben würde, wäre zum Beispiel gesichert, dass Lizenzen von Piloten aus Großbritannien auch bei uns gelten, dass Rolls Royce-Triebwerke bei uns auf der (Boeing) 777 im Einsatz sein dürfen. Und bei den Fahrzeugen ist es auch so, dass wir ein Sicherheitsnetz gespannt haben, dass die Typengenehmigungen auch gelten", sagte Hofer. "Sonst hätten wir ein Riesenproblem. Sonst könnte jeder, der ein Fahrzeug fährt mit britischen Bauteilen, nicht mehr die Garage verlassen."

    Die EU wolle zum Weltraum ein riesiges Programm auf Schiene setzen, dabei gehe es um große Investitionen und die Frage, wie stark die Industrie in Europa sein könne, sagte Hofer vor dem EU-Ministerrat. Ungefähr zehn Prozent der Wirtschaftsleistung hingen indirekt mit dem Weltraum zusammen. "Ein Leben ohne Satelliten wäre heute undenkbar. Wir müssen mit China, den USA, Russland, Indien und allen Weltraummächten operieren, aber wir brauchen eine starke Industrie."

    Kooperation bei Weltraumtechnologie

    Auch nach dem Brexit wird es weiter eine Kooperation der EU mit UK geben. Hofer verwies insbesondere auf die Galileo- und Copernicus-Satelliten-Programme der EU. "Wir brauchen dieses eigene Satellitennavigationssystem, weil wir sonst vollkommen abhängig sind vom GPS." Im Krisenfall könnten die USA die Genauigkeit von GPS verändern, dann hätte Europa das Nachsehen. Copernicus sei das modernste Erdbeobachtungssystem der Welt, mit dem die EU besser als alle anderen unterwegs sei. Deshalb setzte die EU ihre massiven Investitionen fort. (Wien, 30.11.2018)

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      foto: reuters / pascal rossignol
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