VW, Daimler und BMW am Dienstag zu Gesprächen im Weißen Haus

    29. November 2018, 19:32
    posten

    Zeitung: VW & Co wollen drohende Strafzölle verhindern

    Berlin – Inmitten der Drohung von US-Präsident Donald Trump über die Verhängung von höheren Zöllen auf Autoimporte lädt das Weiße Haus einem Zeitungsbericht zufolge die deutschen Hersteller zum Gespräch. Die US-Regierung habe Volkswagen, Daimler und BMW für den kommenden Dienstag eingeladen, berichtete das "Handelsblatt" am Donnerstag unter Berufung auf Konzernkreise.

    Aus Sicht der deutschen Automanager gehe es vorrangig darum, drohende US-Strafzölle für Autoimporte zu verhindern. Die deutsche Regierung sei über den Termin informiert. EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger hatte zuvor gesagt, er gehe davon aus, dass die US-Regierung in Kürze Sonderzölle auf Autoimporte verhängen könnte. Trump hatte am Mittwoch erklärt, es würden mehr Autos in den USA gebaut, wenn es einen Einfuhr-Zoll von 25 Prozent gäbe. BMW, Daimler und Volkswagen wollten sich am Donnerstagabend auf Anfrage nicht zu dem Bericht äußern.

    Volkswagen und Daimler wollten mit ihren Vorstandschefs Herbert Diess und Dieter Zetsche teilnehmen, berichtete das "Handelsblatt". BMW schicke wohl Produktionsvorstand Oliver Zipse. Die Einladung sei vom US-Botschafter in Berlin, Richard Grenell, gekommen. Dieser habe den Konzernen mitgeteilt, dass an den Gesprächen der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer und Handelsminister Wilbur Ross teilnehmen würden.

    Gespräch zwischen Merkel und Trump

    Die Verhandlungshoheit über Zölle liegt bei der EU-Kommission und damit bei EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström und nicht bei den Managern. In Berlin sei man deshalb bemüht, nicht den Eindruck zu erwecken, die Autobosse handelten im eigenen Auftrag, so das "Handelsblatt". Bundeskanzlerin Angela Merkel werde das Thema mit Trump am Rande des G20-Gipfels ab Freitag in Argentinien ansprechen.

    Trump nimmt unter dem Eindruck der Pläne von General Motors (GM) zum Abbau Tausender Stellen in den USA zunehmend die gesamte Autoindustrie ins Visier. Er hatte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im Juli zugesagt, auf höhere Auto-Zölle vorläufig zu verzichten und stattdessen über den Abbau von Handelsbarrieren zu verhandeln. Am Mittwoch hatte er jedoch unter Bezug auf die GM-Entscheidung angekündigt, nun Sonderzölle auf die Einfuhr von Fahrzeugen aus dem Ausland zu prüfen. Der Umbau beim größten US-Autobauer GM zeige das Ungleichgewicht im Handel zulasten seines Landes, twitterte er. (Reuters, 29.11.2018)

    Share if you care.