Rapid hat mit Last-Minute-Sieg in Moskau Aufstieg in eigener Hand

    29. November 2018, 19:11
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    Müldür und Schobesberger drehen die Partie auf 2:1, ein Punkt im "Finale" gegen die Rangers reicht

    Moskau – Rapid hat die Tür in die K.-o.-Phase der Europa League weit aufgestoßen. Die Hütteldorfer landeten am Donnerstagabend einen überraschenden 2:1-Auswärtssieg bei Spartak Moskau. Späte Tore von Mert Müldür (80.) und Philipp Schobesberger (91.) drehten die Partie. Spartak war durch Ze Luis vor der Pause in Führung gegangen (20.).

    Ein Punkt reicht zum Aufstieg

    Die in der Liga in eine Krise gerutschten Wiener spielen nun am 13. Dezember zu Hause gegen die Glasgow Rangers um den Einzug ins Sechzehntelfinale. Ein Punkt reicht dann zum Aufstieg, weil das Parallelspiel zwischen den Glasgow Rangers und Villarreal 0:0 geendet hat. Damit führen die Spanier die Tabelle mit sieben Zählern vor den punktegleichen Hütteldorfern an, dahinter folgen die Rangers (6) und Spartak Moskau (5).

    Rapid könnte zum zweiten Mal nach der Saison 2015/16 in der Europa League überwintern. Um noch den Gruppensieg zu schaffen, müssten die Wiener mehr Punkte holen als Villarreal vor eigenem Publikum gegen Spartak.

    Moskauer Kühlschrank

    Rapid war bei zwölf Grad unter Null in Moskau ersatzgeschwächt angetreten. Als fünfter Akteur gesellte sich der erneut erkrankte Innenverteidiger Mario Sonnleitner auf die Ausfallsliste. Dazu setzte Trainer Dietmar Kühbauer drei Tage vor dem wichtigen Heimspiel gegen Wacker Innsbruck neben Flügelspieler Schobesberger auch Stefan Schwab auf die Ersatzbank. An seiner Stelle begann Manuel Martic.

    Spartaks neuer Trainer Oleg Kononow bot vor 20.739 Zuschauern in der Otkritije-Arena seine bestmögliche Mannschaft auf. Lorenzo Melgarejo setzte den ersten Warnschuss nach einem Fehler von Mateo Barac knapp daneben (10.). Dabei hatte Rapid in der Anfangsphase sogar etwas mehr Spielanteile. Ein Freistoßroller von Martic ging neben das Tor (12.), Boli Bolingoli schoss aus der Drehung knapp drüber (18.).

    Früher Rückstand

    Die Moskauer lauerten primär auf Fehler von Rapid – nützte aber auch gleich den zweiten. Nachdem Innenverteidiger Maximilian Hofmann im falschen Moment nach vor attackiert hatte, entwischte Ze Luis der grün-weißen Defensive und schoss ein. Auf der Gegenseite fiel ein Schuss des seit 2. September torlosen Mittelstürmers Deni Alar zu harmlos aus (22.), ein Versuch von Christoph Knasmüllner verfehlte sein Ziel (26.).

    Nach Seitenwechsel rettete Barac bei einem Schuss von Sofiane Hanni knapp vor der Linie (53.). Alar schoss aus guter Position genau in die Hände von Rebrow (63.). Für Aufregung sorgte Mitte der zweiten Hälfte ein Flitzer, der den bei den Spartak-Fans ob seiner Vergangenheit beim Stadtrivalen Lok Moskau äußerst unbeliebten Kapitän Denis Gluschakow tätlich attackierte.

    Späte Glücksmomente

    Bei Rapid ging mit der Hereinnahme von Schwab und Schobesberger noch einmal ein kleiner Ruck durch die Mannschaft. Abschlüsse von Veton Berisha (69.) und Schwab (77.) fielen noch zu zentral aus, ehe Müldür nach einem Corner von Schobesberger per Kopf völlig freistehend zuschlug.

    Es kam noch besser für Rapid: Schwab setzte mit einem Traumpass den aus abseitsverdächtiger Position gestarteten Schobesberger auf die Reise, der den Ball an Rebrow vorbeispitzelte.

    Moskau als guter Boden

    Russland bleibt damit ein guter Boden für Rapid. Die Hütteldorfer haben dort noch kein einziges Spiel verloren. In insgesamt 16 Duellen mit russischen bzw. sowjetischen Teams setzte es erst eine einzige Niederlage – 2004 zu Hause gegen Rubin Kasan (0:2). Das Heimspiel gegen Spartak hatten die Grün-Weißen im September mit 2:0 für sich entschieden.

    In Moskau beendeten die Hütteldorfer zwei Durststrecken: Vier Pflichtspiele war das Kühbauer-Team zuletzt sieglos, dazu waren alle vier Europacup-Auswärtsspiele in dieser Saison verloren gegangen. Bei der siebenten Teilnahme an der Europa-League-Gruppenphase könnte nun zum zweiten Mal der Aufstieg gelingen. (APA, 29.11.2018)

    Europa League, Gruppe G, 5. Runde, Donnerstag

    Spartak Moskau – Rapid Wien 1:2 (1:0)
    Otkritije-Arena, 20.739 Zuschauer, SR Gil (POL)

    Torfolge:
    1:0 (20.) Ze Luis
    1:1 (80.) Müldür
    1:2 (91.) Schobesberger

    Spartak: Rebrow – Jeschtschenko, Kutepow, Dschikija, Kombarow – Melgarejo (82. Popow), Gluschakow, Timofeew, Hanni (72. Samedow) – Ze Luis, Luiz Adriano

    Rapid: Strebinger – Müldür, Hofmann, Barac, Potzmann – Martic, D. Ljubicic (65. Schwab) – Berisha (81. Thurnwald), Knasmüllner, Bolingoli – Alar (65. Schobesberger)

    Gelbe Karten: Gluschakow bzw. Barac, Martic, Hofmann

    Stimmen:

    Dietmar Kühbauer (Rapid-Trainer): "Natürlich bin ich heute sehr, sehr zufrieden mit dem Spiel und noch mehr mit dem Sieg – der absolut verdient war, auch wenn das Tor erst in der Nachspielzeit gefallen ist. Wir waren die aktivere Mannschaft, haben mehr fürs Spiel getan. Dass wir uns schlussendlich belohnt haben, ist umso schöner. Die Mannschaft hat eine geschlossen starke Leistung erbracht. Sie hat daran geglaubt, und das hat man draußen auf der Bank gespürt."

    Mert Müldür (Rapid-Torschütze): "Wir wussten, dass wir spielerisch mindestens so gut wie Spartak sein würden. Wir haben das Spiel dominiert und waren vor dem Tor eiskalt. Aber wir dürfen nicht zu viel feiern, wir haben schon am Sonntag das nächste schwierige Spiel."

    Philipp Schobesberger (Rapid-Torschütze): "Es kann nicht viel besser laufen. Ich hatte von draußen nicht das Gefühl, dass sie überlegen waren. Schwabi (Stefan Schwab, Anm.) hat mir in der Pause noch gesagt, dass er mich in die Tiefe schickt. Das hat super geklappt."

    Oleg Kononow (Spartak-Trainer): "Es gibt keinen großen Unterschied zwischen der österreichischen und der russischen Liga. Rapid hat ein sehr gutes Match gespielt. Es ist kein Zufall, dass sie am Ende zwei Tore geschossen haben. Wir können natürlich nicht zufrieden sein. Wir hatten den Vorteil des 1:0 zur Pause, bekamen dann zwei Gegentore – das ist sehr schlecht für uns. Wir haben viele Passfehler begangen und falsch gepresst. Wir haben es nicht geschafft, uns genug Chancen herauszuspielen. So eine Situation darf zukünftig nicht mehr vorkommen."

    Ticker-Nachlese:

    Rapid siegt bei Spartak 2:1

    • Philipp Schobesberger ließ Rapid mit seinem Last-Minute-Tor in Moskau mehr denn je vom Aufstieg in der Europa League träumen.
      foto: reuters/sergei karpukhin

      Philipp Schobesberger ließ Rapid mit seinem Last-Minute-Tor in Moskau mehr denn je vom Aufstieg in der Europa League träumen.

    • Ein Flitzer legte sich mit dem in der harten Fanszene umstrittenen Kapitän Denis Gluschakow an und wurde deshalb abgeführt.
      foto: imago/itar-tass

      Ein Flitzer legte sich mit dem in der harten Fanszene umstrittenen Kapitän Denis Gluschakow an und wurde deshalb abgeführt.

    • Rapid behielt gegen Spartak nach starker Schlussphase die Oberhand.
      foto: ap photo/pavel golovkin)

      Rapid behielt gegen Spartak nach starker Schlussphase die Oberhand.

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