Klimawandel lässt Kabeljau-Bestände im Nordatlantik einbrechen

    3. Dezember 2018, 09:00
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    Schon minimal steigende Meerestemperaturen beeinflussen die Entwicklung von Fischlarven, berichten Forscher. Die Folgen könnten dramatisch sein

    Bremerhaven – Forscher befürchten bei einer ungebremsten weiteren Klimaerwärmung einen Einbruch der Kabeljaubestände im Nordatlantik. Steigende Wassertemperaturen sowie Ozeanversauerung verschlechterten die Überlebenschancen für den Nachwuchs des auch als Dorsch bekannten Speisefischs dramatisch, berichtet das Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven. Der Polardorsch, ein Kabeljau-Verwandter, wäre sogar noch stärker bedroht.

    Eier und Embryonen der Fische benötigen für ihre Entwicklung kaltes Wasser in bestimmten Temperaturfenstern. Weil sich Nordatlantik und arktische Gewässer bei fortgesetzter Klimaerwärmung stark erwärmen würden, ist den Forschern zufolge mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einer Verlagerung des Verbreitungsgebiets und einem Schrumpfen der Bestände in den Hauptfanggebieten vor Norwegen, Island und Russland zu rechnen. Auch Fressfeinde des Kabeljaus wie Wale, Vögel und Robben würden unter der Entwicklung leiden.

    Populationseinbruch um 60 Prozent befürchtet

    Die Wissenschafter kombinierten für ihre Studie, die im Fachblatt "Science Advances" erschienen ist, Laborexperimente an Kabeljaueiern mit Klimamodellen. Dabei stellten sie fest, dass bereits eine geringe Erhöhung der Wassertemperatur zum Absterben der Eier führte. Durch Versauerung infolge steigender Temperaturen verschlechterte sich die Situation weiter. Diese Erkenntnisse ließen die Wissenschafter in einem zweiten Schritt in Klimasimulationen einfließen, um Rückschlüsse auf die Auswirkungen auf Kabeljau- und Polardorschbestände zu gewinnen.

    Sollte das im Pariser Klimaabkommen genannte Ziel einer Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad verfehlt werden, dürften die Folgen bis zum Ende des Jahrhunderts demnach sehr schwerwiegend sein. "In den Gewässern vor Island und Norwegen werden bis zu 60 Prozent weniger Dorschlarven aus den Eiern schlüpfen", sagte AWI-Meeresökologe Flemming Dahlke. Sollten die Staaten weltweit das Ziel hingegen erreichen, würden wichtige Laichgebiete erhalten bleiben und Risiken minimiert. (APA, red, 3. 12. 2018)

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