Jemen-Gespräche sollen in der kommenden Woche in Schweden stattfinden

    29. November 2018, 20:45
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    Bisher habe aber noch keine der Seiten ihre Teilnahme zugesagt

    Sanaa – Die Gespräche für eine Beendigung des Jemen-Krieges sollen bereits in der kommenden Woche stattfinden. Das teilte der britische Botschafter für den Jemen, Michael Aron, am Donnerstag per Twitter mit. "Die politische Lösung ist der Weg nach vorne und diese Konsultationen sind ein großer Schritt, sie zu erreichen."

    Die Gespräche sollen unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen stattfinden. Einen festen Termin hatten die UN bisher nicht bekanntgegeben. Der letzte Versuch von gemeinsamen Gesprächen scheiterte im September, als die Huthi-Rebellen nicht zu einem Treffen nach Genf anreisten. Aus jemenitischen Regierungskreisen hieß es, die Gespräche seien bereits für Anfang kommender Woche geplant.

    Huthis fordern Garantien

    Ein hochrangiger Huthi-Vertreter stellte die Teilnahme seiner Bewegung an den Friedensverhandlungen in Schweden in Aussicht, knüpfte sie aber ian umfassende Garantien. So müsse gewährleistet sein, dass die Huthi-Delegierten sowohl sicher an- als auch abreisen könnten, schrieb Mohammed Ali al-Houthi, Anführer des Höheren Revolutionskomitees.

    Die USA hatten Anfang des Monats den Druck auf die Konfliktparteien erhöht und baldige Friedensgespräche in dem seit mehr als drei Jahren andauernden Krieg gefordert. Der US-Verbündete Saudi-Arabien führt im Jemen eine Militärkoalition sunnitisch-arabischer Staaten gegen die schiitischen Huthi-Rebellen an, die einen Großteil des Nordjemens beherrschen. Die Vereinten Nationen sprechen von der aktuell schwersten humanitären Katastrophe der Welt. Drei von vier Menschen im Jemen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

    Raketen Richtung Saudi-Arabien

    Ein Sprecher der Huthi-Rebellen äußerte Zweifel über den möglichen Ausgang von Gesprächen. Es ergebe keinen Sinn, Gespräche mit jemandem zu führen, der selbst auf militärische Aggression setze und sich nicht an Absprachen halte, sagte Rebellensprecher Mohammed Abdel-Salam. Zudem kritisierte er den UN-Sondergesandten Martin Griffiths, der es nicht geschafft habe, Vertrauen aufzubauen.

    Die Huthis feuerten nach einem Bericht des rebellenfreundlichen Fernsehsenders Al-Mazria erstmals wieder Raketen ins Nachbarland Saudi-Arabien. Dem Bericht zufolge sollen mehrere Kampfhubschrauber auf einem Luftwaffenstützpunkt in der Region Najran zerstört und zwei Piloten getötet worden sein. Saudi-Arabien äußerte sich bisher nicht zu dem Vorfall. Es ist der erste Angriff auf Saudi-Arabien seit die Huthis Anfang des Monats angekündigt hatten, ihre Angriffe auf das Königreich zunächst ruhen zu lassen. (APA, dpa, 29.11.2018)

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