Google Pixel Slate: Tester sehen "bizarren Einblick in die Computer-Zukunft"

    30. November 2018, 11:06
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    Einig ist man sich über die gute Hardware des Convertibles, nicht allerdings über die Qualität der Software

    Apple hat sein iPad Pro. Microsoft sein Surface Pro. Google hat es zuerst mit dem Pixel C probiert, jedoch stellte sich Android als nur mäßig geeignete Arbeitslösung heraus. Nun probiert man es erneut. Und zwar mit dem Pixel Slate, auf dem Chrome OS läuft.

    Das Gerät ist mittlerweile in den USA erhältlich und erste Medien haben Rezensionen veröffentlicht. Die Beurteilung fällt gemischt aus, wie ein Überblick zeigt. Berücksichtigt wurden die Tests von Wired, The Verge, Android Authority und des Guardian.

    Gute Verarbeitung und Bildschirm

    Unisono Loben die Tester die Hardware. Das Design ist simpel und die Tableteinheit steckt in einem gut verarbeiteten Aluminiumgehäuse, die sich über einen magnetischen Anschluss mit dem Tastaturdock verbinden lässt. Beim Gewicht sticht man das Surface Pro 6 knapp aus, das Slate ist allerdings mit rund 730 Gramm merkbar schwerer als das iPad Pro.

    12,3 Zoll ist die Bemessung der Diagonale des Bildschirms, eine deutliche Vergrößerung im Vergleich mit dem Pixel C. Die Auflösung liegt bei 3.000 x 2.000 Pixel, die Darstellungsqualität des "Molecular"-Displays wird gelobt. Der Fingerabdruckscanner ist seitlich angebracht und Teil des Ein/Aus-Knopfes. Es lassen sich bis zu drei Scans hinterlegen, was die Verwendung in verschiedenen Positionen erleichtert.

    Stereo-Lautsprecher, aber wenige Anschlüsse

    Bemängelt wird allerdings die Sparsamkeit bei den Anschlüssen. Neben der Magnetverbindung für die Tastatur gibt es noch zwei USB-C-Ports. Einen Kartenleser findet man eben so wenig wie einen USB-Steckplatz im "klassischen" USB-A-Format. Für Erstaunen, im negativen Sinn, sorgt der Verzicht auf eine 3,5mm-Kopfhörerklinke. Für den Anschlussüblicher Kopfhörer wird also ein Dongle benötigt.

    Ein Pluspunkt sind hingegen die Stereo-Lautsprecher, die guten Sound bieten und in den Augen bzw. Ohren der meisten Tester auch ordentliche Lautstärke produzieren. Dazu gesellt sich eine 8-MP-Frontkamera, die ordentliche Qualität für Videotelefonie bietet. Die Akkulaufzeit kann sich sehen lassen. "Bis zu 12 Stunden" verspricht Google, neun bis zehn sind es bei intensiver Verwendung.

    Begeisterte Rückmeldungen erhält das Keyboard. Es bietet "eines der besten Schreiberlebnisse", lautet hier das Urteil des "Guardian". Die Tasten sind beleuchtet und geben gutes Feedback. Auch das Trackpad leistet solide Arbeit.

    Verwirrendes Chrome OS

    Auseinander gehen die Meinungen über das vorinstallierte Chrome OS-System. Grundsätzlich ist die Performance gut, die Hardware – gewählt werden kann ein Intel Core-M3, i5- oder i7-Prozessor – bietet dafür auch ausreichend Unterlage. Für die Stifteingabe mit dem Pixelbook Pen sehen die Tester bislang nur wenig Nutzen, zudem soll es dabei teilweise zu Hängern kommen. Außerdem verfügt das Tablet über keinen Mechanismus zum Befestigen oder Verstauen des Stifts.

    Neben vereinzelten technischen Problemen erhält das System allerdings Kritik für sein Interface. Dieses soll nicht immer intuitiv sein und so manche Funktion vermissen lassen – beispielsweise das Ablegen von Dateien am Desktop. Dort werden nur App-Verknüpfungen erlaubt. Viele Tools sind für Chrome OS zudem noch nicht umgesetzt worden, allerdings unterstützt das System Android-Apps. Ob und wie gut diese funktionieren kann sich jedoch von Fall zu Fall drastisch unterscheiden.

    Problematisch ist auch Googles Ansatz für Multitasking. Das Verhalten einer App wird nach einer Vorhersage des Algorithmus gesteuert, der ermittelt, was der Nutzer wahrscheinlich will. Die Folge: Manche Programme werden in einem eigenen Fenster geöffnet, andere wiederum in Tabs des Chrome-Browsers, was für das Nutzererlebnis nicht sonderlich zuträglich ist.

    Fazit

    Während man etwa bei Wired das Pixel Slate dennoch als "bizarre Vision der Computerzukunft", aber dennoch passables Arbeitsgerät betrachtet, ist man bei The Verge der Meinung, dass die Macken der Software die Stärke der Hardware in negativer Hinsicht wettmachen. Wo das iPad "verschlossen, aber elegant" sei, zeige sich das Slate als "offenes, aber schlampiges" Produkt.

    Sorgen, die man sich hierzulande bisher nicht machen muss. Denn zu haben ist das Pixel Slate in Deutschland und Österreich nicht. In den USA wird es, je nach Konfiguration für 599 bis 1.599 Dollar verkauft. Hinzu kommen weitere 199 Dollar, so man Googles Keyboard-Dock ebenfalls haben will. 99 Dollar sind es für den Pixelbook Pen. (gpi, 29.11.2018)

    • Tolle Hardware, aber Defizite bei der Software, so das Resümee.
      foto: getty

      Tolle Hardware, aber Defizite bei der Software, so das Resümee.

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