Rechte Non-Profit-Medienholding startet in Ungarn

    29. November 2018, 11:53
    3 Postings

    Ein weitere Zentralisierung der regierungsnahen Presse ist die Folge. Die Stiftung soll bürgerliche Werte repräsentieren

    Budapest – Die regierungsnahen Medien in Ungarn stehen vor einer weiteren Zentralisierung: Zehn Verlagsunternehmen haben sich der jüngst gegründeten Mitteleuropäischen Presse- und Medienstiftung angeschlossen, mit deren Tätigkeit zugleich eine Medienholding entsteht, berichtete das Staatsfernsehen am Mittwochabend.

    Die Stiftung ist laut ihrer eigenen Aussendung gegründet worden, um den "Interessen der Leser zu dienen und bürgerliche Werte zu repräsentieren". Die Anträge der Verlage auf einen Beitritt zur Stiftung habe deren Kuratorium akzeptiert.

    "Die rechte Einheit"

    Laut dem regierungsnahen privaten Echo-TV schenkten Lörinc Mezsaros, Adam Matolcsy, Maria Schmidt, Arpad Habony, Tibor Györi und andere rechte Medieneigentümer ihre Zeitungen der Stiftung. Damit entstehe unter der Leitung von Gabor Liszkay die Nonprofit-Medien-Holding. Diese symbolisiere zugleich "die rechte Einheit", während aufseiten der politischen Linken "Zerfall" deutlich werde, so Echo-TV.

    Während rechte Medien erstarkten und es dabei keine Profit-Erwartungen gebe, kämpften die linksliberalen Medien ohne ausländische Hilfe ums Überleben. Die gedruckte und elektronische Presse in Ungarn spiele eine herausragende Rolle bei der Ausrichtung des Denkens für "unsere gemeinsame Zukunft", kommentierte die Online-Ausgabe der regierungsnahen Zeitung "Magyar Idök" die Gründung der Holding.

    Oligarchen geben der Stiftung ihr Medienportfolio

    Die Stiftung habe bei den Medienunternehmen, die Radio und Fernsehen machen, Online-Dienste anbieten und Druckwerke herausgeben, in Form verschiedener Angebote bzw. durch Schenkungen im November das Mehrheitseigentum erworben, hieß es in der Aussendung der Stiftung weiter. Darunter befinden sich u. a. die Echo Penisola GmbH, Part FM, Gong Radio, Hir TV, die Zeitung "Figyelö" oder Mandiner Press. Laut Aussendung sind aktuell weitere Beitrittsangebote eingetroffen. So spendete der Oligarch und Eigentümer der Talentis Group, Lörinc Meszaros, der der rechtskonservativen Regierung von Premier Viktor Orban nahesteht, sein gesamtes Medienportfolio der Stiftung. Bisher gehörten 18 der in Ungarn am meisten gelesenen 20 Tageszeitungen Mezsaros. Sie alle flossen nun in die Stiftung. (APA, 29.11.2018)

    Share if you care.