USA billigen Raketenverkauf an Saudis

    29. November 2018, 18:58
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    15 Milliarden Dollar für Abschussrampen und Raketen des Thaad-Systems

    Washington/Sanaa – Inmitten des Streits um die US-Unterstützung für Saudi-Arabien im jemenitischen Bürgerkrieg hat Washington den Weg für ein strategisch bedeutsames Waffengeschäfte mit Riad im Wert von 15 Milliarden Dollar (13 Milliarden Euro) freigemacht. Die US-Regierung stimmte dem Verkauf von 44 Abschussrampen sowie von Raketen des Flugabwehrsystems Thaad an Saudi-Arabien zu, berichteten US-Medien am Mittwoch.

    Laut US-Außenministerium wurde die Vereinbarung am Montag unterzeichnet. Das Thaad des Rüstungskonzerns Lockheed Martin kann angreifende Kurz- und Mittelstreckenraketen in bis zu 150 Kilometern Höhe abfangen. Die Rakete hat eine Reichweite von 1.000 Kilometern. Das modernste Abfangsystem der USA wurde bereits in die Vereinigten Arabischen Emirate und nach Südkorea verkauft.

    Humanitäre Katastrophe im Jemen

    Im seit dreieinhalb Jahren andauernden Jemen-Krieg haben die Huthi-Rebellen Kurzstreckenraketen auf Saudi-Arabien abgefeuert. Das Königreich führt eine Militärkoalition an, die mit Luftangriffen die jemenitische Regierung gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen bekämpft. Washington liefert den Saudis dafür unter anderem Waffen, Munition und Geheimdiensterkenntnisse.

    Unwille in USA wächst

    Allerdings wächst im US-Parlament der Unwille über den Jemen-Krieg, der katastrophale Folgen für die Zivilbevölkerung hat. Nach der Ermordung des saudischen Journalisten und Regimekritikers Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat von Istanbul sind die Gegner einer Hilfe für die Saudis erstarkt. Am Mittwoch stimmte der Senat dafür, kommende Woche über eine Resolution zu debattieren, die Präsident Donald Trump zum Ende der Unterstützung Saudi-Arabiens im Jemen-Krieg zwingen könnte.

    Khashoggi war am 2. Oktober in das Konsulat in Istanbul gegangen, um Papiere abzuholen – und kam nie wieder heraus. Saudi-Arabien gestand nach massivem internationalen Druck, dass der Regierungskritiker dort getötet wurde. Das Königshaus beteuert, nichts davon gewusst zu haben. Die Diskussion dreht sich um die Frage, ob der Kronprinz Mohammed bin Salman hinter dem Mord stand.

    Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron will am Rande des G20-Gipfels mit Mohammed bin Salman über die Khashoggi-Affäre sprechen. Die kanadische Regierung hat wegen des Mordes Strafmaßnahmen gegen 17 Saudiaraber verhängt. Die Sanktionen würden saudiarabische Staatsangehörige betreffen, die "nach Meinung der kanadischen Regierung verantwortlich für die außergerichtliche Tötung" des Journalisten seien, erklärte die kanadische Außenministerin Chrystia Freeland am Donnerstag. Bei den Sanktionen handelt es sich demnach um das Einfrieren von Bankkonten und Einreiseverbote. (APA, 29.11.2018)

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