Iraner erpressten US-Behörden mit Schadsoftware um fünf Millionen Euro

    29. November 2018, 09:42
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    Daten nur gegen Zahlung von Bitcoin wieder freigegeben

    Washington/Teheran – Die US-Justizbehörden haben Anklage gegen zwei Iraner erhoben, die öffentliche Einrichtungen in den USA mit schädlicher Software infiziert und dann erpresst haben sollen. Den Beschuldigten werde vorgeworfen, aus dem Iran heraus Computersysteme gehackt und deren Daten verschlüsselt zu haben, sagte Vizejustizminister Rod Rosenstein am Mittwoch.

    Erst gegen Zahlung von Bitcoin seien die Daten wieder freigegeben worden. Das Finanzministerium verhängte Sanktionen gegen zwei andere Iraner, die diese Bitcoin dann in iranische Rial umgetauscht haben sollen.

    26 Millionen Euro Schaden

    Das Finanzministerium teilte mit, durch die neuen Sanktionen werde der Druck auf den Iran erhöht. Zu Monatsbeginn war eine neue Runde an US-Sanktionen gegen den Iran wieder in Kraft getreten, die etwa auf die Ölexporte und den Bankensektor des Landes abzielen. Die USA werfen dem Iran unter anderem die Förderung von Terrorismus vor, die Unterstützung der radikal-islamischen Hamas, der Hisbollah, der Huthi-Rebellen im Jemen sowie der Assad-Regierung in Syrien.

    Rosenstein sagte, die beiden Hacker hätten seit Anfang 2016 mehr als sechs Millionen Dollar (5,3 Millionen Euro) erpresst und mehr als 30 Millionen Dollar (26 Millionen Euro) Schaden verursacht. Die Angeklagten hätten sich bewusst auf öffentliche Einrichtungen, Krankenhäuser und Gemeinden konzentriert. "Sie wussten, dass das Abschalten dieser Computersysteme unschuldigen Opfern erheblichen Schaden zufügen könnte." Nach Angaben des Finanzministeriums sind mehr als 200 Einrichtungen und Firmen in den USA, aber auch in Großbritannien und Kanada betroffen gewesen.

    Flüchtig

    Rosenstein sagte, die Angeklagten würden nun als flüchtig gelten. "Ihnen droht in vielen Staaten, in denen Rechtsstaatlichkeit gilt, die Festnahme und Auslieferung an die Vereinigten Staaten." Etwaiger Besitz in den USA der beiden anderen Iraner, die am Mittwoch mit Sanktionen belegt wurden, wird durch die Strafmaßnahmen eingefroren. Amerikanern sind Geschäfte mit ihnen untersagt. (APA, 29.11.2018)

    • Die Erpresser forderten Bitcoin als Lösegeld.
      foto: reuters/benoit tessier

      Die Erpresser forderten Bitcoin als Lösegeld.

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