Volkswagen will Werk für E-Autos in Nordamerika bauen

    29. November 2018, 08:17
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    Ein bereits bestehendes VW-Werk in Tennessee könnte als Produktionsstätte dienen

    Los Angeles – Volkswagen will ein neues Werk in Nordamerika bauen, um dort Elektrofahrzeuge für den US-Markt herzustellen. Die Gespräche und Überlegungen zur Auswahl des Standortes liefen bereits, sagte der neue Nordamerika-Chef Scott Keogh am Mittwochabend am Rande einer Automesse in Los Angeles. Das neue Fahrzeug solle unter der Marke Volkswagen zu einem Kaufpreis von 30.000 bis 40.000 Dollar 2020 vorgestellt werden. Um diesen Zeitrahmen zu halten, werde das neue E-Auto allerdings zunächst außerhalb der USA gefertigt, dann aber an dem neu ausgewählten Standort produziert. Eine Option könnte das bestehende Volkswagen-Werk in Chattanooga im Bundesstaat Tennessee sein, wo der Passat und der SUV Atlas gebaut werden.

    Volkswagen will mit einem neuen Elektroauto auch den US-Platzhirsch Tesla angreifen. Die Pläne sind Teil der massiven Investitionen des größten europäischen Autobauers in E-Fahrzeuge. Die Wolfsburger hatten kürzlich beschlossen, bis 2023 knapp 44 Milliarden Euro in die Elektromobilität, das autonome Fahren, Mobilitätsdienste und die Digitalisierung zu stecken – zehn Milliarden Euro mehr als VW für den letzten Planungszeitraum bis 2022 angesetzt hatte. Vorstandschef Herbert Diess will Volkswagen damit zu einem führenden Anbieter von Elektroautos umbauen.

    Ford versetzt Arbeiter

    Auch bei einem anderen Autobauer in den USA gab es am Donnerstag Neuigkeiten: Um mehr Geländewagen und Pickup-Trucks bauen zu können, will Ford Hunderte seiner Arbeiter in andere Fabriken versetzen. Dabei würden weder Stellen abgebaut noch neu geschaffen, teilte der nach General Motors zweitgrößte US-Autohersteller am Mittwochabend mit.

    So sollen im US-Bundesstaat Michigan, wo Ford seine Zentrale in der Stadt Dearborn hat, 500 Mitarbeiter von einer Fabrik in eine andere, nahe gelegene Anlage versetzt werden. Auch in Kentucky ist demnach ein ähnlicher Transfer geplant. Zudem sollen 150 Arbeiter eines Werks in Michigan neue Posten in anderen Fabriken angeboten bekommen. Die Autogewerkschaft UAW zeigte sich zuversichtlich, dass alle betroffenen Mitarbeiter in nahe gelegenen Werken eingesetzt würden.

    Pickup-Trucks werden beliebter

    Während SUVs und Pickup-Trucks in den USA gefragt sind, lässt das Interesse der Kunden an klassischen Limousinen immer mehr nach. Ford hat deshalb bereits angekündigt, die Produktion solcher Modelle in Nordamerika ganz einzustellen.

    Konkurrent GM hatte am Montag mit der Ankündigung für Aufsehen gesorgt, fünf Montagewerke zu schließen und mit 8.000 Beschäftigten rund 15 Prozent der Belegschaft zu kündigen. US-Präsident Donald Trump reagierte mit der erneuten Androhung von Zöllen. (Reuters, 29.11.2018)

    • Bei der Automesse wurden mehrere Modelle vorgestellt.
      foto: apa/afp/getty images/david mcnew

      Bei der Automesse wurden mehrere Modelle vorgestellt.

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