F1-Direktor Brawn: "Können so nicht weitermachen"

28. November 2018, 19:08
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Die Dominanz von Mercedes, Ferrari und Red Bull sei inakzeptabel. Ferrari-Neuling Leclerc dominiert in Abu Dhabi

London – Formel-1-Direktor Ross Brawn hat am Mittwoch einmal mehr betont, dass das derzeitige Kräfteverhältnis in der Motorsport-Königsklasse für ihn absolut "inakzeptabel" sei. Denn von 123 möglichen Podestplatzierungen in den vergangenen beiden Jahren sind nur zwei nicht an die Serien-Weltmeister Mercedes, Ferrari oder Red Bull gegangen.

Heuer schaffte es daneben nur noch Force-India-Pilot Sergio Perez aus Mexiko als Dritter im Aserbaidschan-Grand-Prix auf das Podium. Im Vorjahr glückte dies dem Kanadier Lance Stroll im Williams ebenfalls mit Rang drei in Baku. "Zwei Podiums von insgesamt 123 ist inakzeptabel, speziell wenn es noch dazu eine immer größere technische und finanzielle Kluft gibt", erklärte Brawn. "Wir müssen dieses Problem gemeinsam mit der FIA und dem Teams bekämpfen, denn davon hängt die Zukunft der Formel 1 ab."

Hybrid-Motor förderte Einseitigkeit

Laut Brawn gibt es verschiedene Lösungsansätze. Nun gehe es darum, dass alle Teams diese Reform mittragen. "Denn so können wir nicht weitermachen", stellte der 64-jährige Engländer klar. Für nächstes Jahr wurden bereits aerodynamische Änderungen beschlossen. Doch eine große Reform ist erst ab 2021 möglich.

Seit der Einführung der V6-Turbo-Hybrid-Motoren im Jahr 2014 haben nur Mercedes, Ferrari und Red Bull Formel-1-WM-Läufe gewonnen. In diesen 100 Rennen hieß 51-mal der Sieger Lewis Hamilton. Der 33-jährige Engländer holte in dieser Zeit vier seiner fünf Titel. Nur 2016 musste er sich seinem deutschen Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg in der Endwertung knapp geschlagen geben.

Ferrari-Neuling dominiert

Der neue Ferrari-Pilot Charles Leclerc hat unterdessen am zweiten Tag der Pirelli-Testfahrten in Abu Dhabi gleich bei seinem ersten Einsatz für die "Scuderia" Bestzeit erzielt. Mit 1:36,450 Minuten war der 21-jährige Monegasse sogar fast vier Zehntelsekunden schneller als sein zukünftiger Teamkollege Sebastian Vettel am Vortag.

Auch wenn die Teams zum endgültigen Abschluss der Formel-1-Saison 2018 verschiedene Programme abspulten, lässt der Vorsprung des ehemaligen Sauber-Fahrers von 1,466 Sekunden auf den Tages-Zweiten, Pierre Gasly im Red Bull, doch aufhorchen. (Reuters/APA, 28.11.2018)

Ergebnisse Testfahrten Abu Dhabi – 2. Tag:
1. Charles Leclerc (MON) Ferrari 1:36,450 (135 Runden) – 2. Pierre Gasly (FRA) Red Bull 1,466 Sekunden zurück (129) – 3. Lance Stroll (CAN) Force India-Mercedes 1,594 (122) – 4. Valtteri Bottas (FIN) Mercedes 1,998 (143) – 5. Carlos Sainz (ESP) McLaren-Renault 2,097 (150). Weiter: 11. Robert Kubcia (POL) Williams-Mercedes 7,758 (36). 12 Fahrer im Training.

  • Ross Brawn wünscht sich eine offenere Weltmeisterschaft.
    foto: imago/action plus/fotograf: pierre teyssot

    Ross Brawn wünscht sich eine offenere Weltmeisterschaft.

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