Marco Rose verhandelt nur mit seiner Tochter

    28. November 2018, 16:17
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    Red Bull Salzburg gegen RB Leipzig ist auch ein Spiel für Anhänger von Verschwörungstheorien. Was Trainer Rose als Beleidigung empfindet. Der 42-Jährige distanziert sich von Hoffenheim-Gerüchten

    EL-Liveticker: Spartak vs. Rapid, 16.50 Uhr; Salzburg vs. Leipzig, 18.55 Uhr

    Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff spricht von "Nonsens", Salzburgs Trainer Marco Rose fühlt sich "beleidigt", das ausverkaufte Duell zwischen Red Bull Salzburg und RB Leipzig (18.55 Uhr, live Puls 4) ist für die beiden Herren "ein Fußballspiel". Red Bull Salzburg heißt in der Europa League übrigens FC Salzburg, das RB vor Leipzig bedeutet immer und überall Rasenballsport. "Stallorder? Nonsens! Von wem soll die kommen?", fragte Mintzlaff in einem Interview sich selbst.

    Red-Bull-Inhaber Dietrich Mateschitz mische sich "null Komma null ins operative Geschäft ein, und auch ich habe keinen Einfluss auf Salzburg". Rose reagierte auf Vorwürfe einer Wettbewerbsverzerrung eher dünnhäutig: "Verschwörungstheoretiker beleidigen damit meine Kinderstube und die von allen Beteiligten in Salzburg und Leipzig."

    Sorgenfreie Norweger

    Österreichs Meister hat in Gruppe B alle vier Partien gewonnen, aufgrund der Konstellation ist man trotzdem noch nicht fix aufgestiegen. "Es ist für die zwei Vereine nicht gut, dass jemand denken könnte: 'Ah, die gehören zusammen, wie sollen die fair gegeneinander spielen?'", hatte Rune Bratseth, Vorstandsmitglied von Rosenborg Trondheim, bereits nach der Auslosung kritisiert.

    Die Norweger sind mit null Zählern Stockletzter, also sorgenfrei. Unmittelbar betroffen ist Celtic Glasgow, die Schotten kämpfen punktgleich mit Leipzig ums Überwintern im Europacup. Dennoch würde Celtic-Teammanager Branden Rodgers niemals die Integrität der Partie infrage stellen. "Beide Teams haben Stolz, das hat man im Hinspiel gesehen." Salzburg siegte auswärts 3:2.

    Man wolle "mindestens einen Punkt holen", sagte Salzburgs Offensivspieler Hannes Wolf, der seinen Klub auf dem Vormarsch sieht. "Diese Phase, dass jeder von uns nach Leipzig gehen will, ist lange vorbei." Derzeit stehen noch sechs ehemalige Salzburger im Kader von Leipzig, Marcel Sabitzer und Kevin Kampl dürften aufgrund von Verletzungen ausfallen. Beide Klubs wurden seit 2015 entflochten, Mateschitz ist in Salzburg offiziell nur Hauptsponsor, RB-Coach und Sportdirektor Ralf Rangnick hat längst alle Ämter in Österreich niedergelegt.

    Handy für Tochter

    Rose soll laut deutschen Medienberichten im Sommer Trainer von Hoffenheim werden, den nach Leipzig wechselnden Julian Nagelsmann ersetzen. Er kommentierte das am Mittwoch so: "Ich will, dass jeder respektiert und mir auch glaubt, dass ich mit 120 Prozent bei der Aufgabe bin, bei meiner Mannschaft bin. Und das Einzige, über das ich momentan verhandle, ist, ob meine Tochter zu Weihnachten ein neues Handy bekommt oder nicht. Das wiederum ist davon abhängig, ob sie gute Noten nach Hause bringt bis Weihnachten oder nicht. Alles andere ist zu 100 Prozent die Aufgabe Red Bull Salzburg."

    Roses Mannen strotzen vor Selbstvertrauen, 52 Pflichtspiele sind sie daheim ungeschlagen, im Europacup haben sie vor eigenem Publikum 15-mal in Folge nicht verloren. Bei der Generalprobe gab es in der Liga einen 4:0-Erfolg in Hartberg. Leipzig patzte beim 0:1 in Wolfsburg. "Wir wissen, wozu wir imstande sind", sagte Rose. (APA, sid, hac, 28.11.2018)

    • Salzburgs Andreas Ulmer (links) und Leipzigs Konrad Laimer haben eine gemeinsame Vergangenheit.
      foto: imago/picture point le

      Salzburgs Andreas Ulmer (links) und Leipzigs Konrad Laimer haben eine gemeinsame Vergangenheit.

    • Marco Rose beschäftigt sich nur mit Salzburg.
      foto: apa/hans punz

      Marco Rose beschäftigt sich nur mit Salzburg.

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      foto: reuters/foeger
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