CDU-Politiker: "E-Sportler sind keine Sportler"

    28. November 2018, 13:38
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    Hessischer Innenminister sorgt mit radikalen Ansichten für Aufregung: "Wir müssen diesen Begriff ausradieren"

    Wodurch definiert sich Sport? Fußball gilt allgemein als Sport. Schwimmen auch. Aber wie sieht es mit Schießen, Schach oder Formel 1 aus? Im Fokus dieser grundlegenden Begriffsauseinandersetzung steht aktuell vor allem professionelles, kompetitives Videospielen: E-Sport. Während olympisches Komitees über offen über die Aufnahme einiger E-Sport-Bewerbe nachdenken, E-Sport ein offizieller Teil der kommenden South East Asia-Games sein wird und auch die deutsche Regierung E-Sport mit Vereins- und Verbandsrecht anerkennen will, sieht sich das noch junge, aber bereits sehr populäre sportliche Videospielen auch starker Kritik ausgesetzt.

    "Wir müssen diesen Begriff ausradieren"

    Aktuell sorgt der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) für Aufregung in der Branche. Dem Spitzenpolitiker zufolge habe E-Sport rein gar nichts mit Sport zu tun und solle auch nicht als solcher anerkannt werden, berichtet die Echo-Online.

    "E-Sport hat mit Sport nichts zu tun. Wir müssen diesen Begriff ausradieren", meint Beuth im Rahmen einer Podiumsdiskussion beim Turn- und Sportkongress in Darmstadt. "Wir wollen die Kinder in die Turnhalle und auf den Sportplatz kriegen. Gaming hat seinen Wert. Aber es gehört nicht in eine Sportorganisation als solche hinein. Weil es sich mit einem Titel schmückt, dessen Werte ich dort vermisse."

    "katastrophal"

    Für Beuth seien die Bemühungen der Regierung, E-Sport als Sport anzuerkennen, "katastrophal", weil damit ein falsches Bild vermittelt würde. "Mir ist noch nicht klar, wie Bewegen aus Daumen und Zeigefinger Sport sein soll, auch wenn sich auf Bildschirm was bewegt. Wenn uns die Frage der Bewegung beschäftigt, dann passt das nicht", so der hessisches Innenminister. "E-Sportler sind keine Sportler, da bleibe ich konservativ. Und diese Gemeinschaft im E-Sport ist ja nicht das, was Millionen von Kinder machen. Sondern die sitzen alleine vor der Konsole und haben vielleicht einen Spielpartner, der sonstwo auf diesem Planeten sitzt."

    E-Sport, Teil der digitalen Gesellschaft

    Ralf-Rainer Klatt, Vizepräsident des Landessportbundes, weist hingegen darauf hin, dass es zu differenzieren gelte, berichtet Echo-Online weiter. Zudem müsse man gesellschaftliche Weiterentwicklungen auch bei der Sportfrage miteinbeziehen. "Wenn junge Menschen an die Vereine herantreten und sagen, wir würden E-Sport gerne als Mannschaftssport betreiben, dann ist das auch noch einmal was anderes als wenn der Einzelne alleine mit der Konsole gegen seinen Computer antritt", sagt Klatt. "Man muss E-Sport als Teil des Digitalisierungsprozesses unserer Gesellschaft betrachten, der eben auch im Sport angekommen ist." (red, 28.11.2018)

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      foto: afp photo / oli scarff

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