Ex-Facebook-Manager: Unternehmen hat ein "Black People Problem"

    28. November 2018, 10:33
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    Facebook ist weder inklusiv in der Bestellung noch im Umgang mit Mitarbeitern, auch die Nutzererfahrung sei für schwarze Menschen schlechter, sagt Mark Luckie

    Der ehemalige Facebook-Manager Mark Luckie kritisierte in einem am Dienstag veröffentlichten Memo, das wenige Tage vor seiner Kündigung intern an alle Facebook-Mitarbeiter versendet wurde, die bei Facebook offenbar inhärente Diskriminierung. Facebook hätte ein "Black People Problem" schrieb er dort in mehr als deutlichen Worten. So wären nicht nur die schwarzen Facebook-Mitarbeiter vermehrt Sicherheitskontrollen durch Sicherheitspersonal ausgesetzt, auch zahlreiche Mitarbeiter berichteten von aggressivem und feindseligem Verhalten von Vorgesetzten und Kollegen.

    Zwar wäre in den vergangenen Jahren der Anteil schwarzer Mitarbeiter gestiegen, noch immer sei man aber meilenweit davon entfernt auch nur annähernd repräsentativ vertreten zu sein. Generell äußerte Luckie Kritik an den Human Resources Büros des Unternehmens. "Schwarze Mitarbeiter bei Facebook wissen, dass sie ihre professionellen Beziehungen und ihren Karrierefortschritt riskieren, wenn sieh ihre Stimme erheben", so Luckie. Er hätte einfach den Willen und das Verlangen verloren. sich für Facebook einzusetzen.

    Schlechtere Nutzererfahrung

    Auch die Nutzererfahrung auf Facebook sei für schwarze Menschen schlechter, kritisiert Luckie. Es gebe viel weniger "safe spaces" für die schwarze Bevölkerung. Nichtschwarze Menschen würden sehr oft progressive Aktionen der schwarzen Bevölkerung als "hate speech" diffamieren und melden und Facebook diese dann sperren. Dabei sei die schwarze Bevölkerung wie verschiedenste Statistiken beweisen weitaus aktiver auf Facebook als andere Bevölkerungsgruppen.

    Im Business- und Sales-Department sitzen nur acht Prozent schwarze Mitarbeiter, in Managementpositionen sind es lediglich zwei und in technischen Positionen nicht einmal ein Prozent. Dennoch versicherte man seitens Facebook, dass man sich bewusst sei, dass es "noch sehr viel mehr zu tun gibt". Facebook sah sich in den vergangenen Monaten und Jahren immer wieder Kritik von Menschenrechtsgruppen wie "Color of Change" ausgesetzt. Diese forderten nicht nur umfassende Untersuchungen sondern auch die Kündigung von Global-Public-Policy Vizeprässident Joel Kaplan für seine erzkonservativen Aussagen.

    Breite Unterstützung

    Luckie kritisiert, dass sein es für neue und kreative Ideen schlichtweg ein diverses Umfeld und Team brauche. Alles andere würde sich auch extrem auf die Arbeitsmoral schlagen. Wenngleich der ein oder andere schwarze Mitarbeiter Facebooks das Unternehmen verteidigte, zeigen die zahlreichen Solidaritätsbekundungen und Dankesworte von anderen schwarzen Mitarbeitern unter Luckies Facebook-Notiz, dass offenbar zahlreiche Mitarbeiter sich ähnlich fühlen würden. (red, 28.11.2018)


    • Facebook kommt nicht aus den negativen Schlagzeilen heraus.
      foto: ap/matt rourke

      Facebook kommt nicht aus den negativen Schlagzeilen heraus.

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