Kurssturz: Vapiano verdirbt Investoren und Konsumenten den Appetit

    28. November 2018, 08:18
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    Schwache Geschäfte in Europa, rote Zahlen in Österreich: Die Restaurantkette hat schon bessere Zeiten gesehen

    Wien/Köln – Eine Prognosesenkung brockt Vapiano den drittgrößten Kursrutsch der Firmengeschichte ein. Die Aktien der deutschen Restaurantkette fielen am Mittwoch um bis zu zehn Prozent auf 6,85 Euro. In Österreich machte die Vapiano Restaurant Betriebs- und Beteiligungs GmbH im Jahr 2017 laut Firmencompass einen Verlust von 1,7 Millionen Euro bei einem Rohergebnis von 19,9 Millionen.

    Die Österreich-Betriebsgesellschaft wies zum 31. Dezember 2017 ein negatives Eigenkapital in der Höhe von minus 3,9 Millionen aus. "Die Vapiano SE Köln hat zugunsten der Gesellschaft am 18. September 2018 eine Rangrücktrittserklärung bis zu einer Höhe von EUR 4.000.000,00 und am 28. Februar 2018 eine unwiderrufliche, harte Patronatserklärung mit Gültigkeit, bis die Gesellschaft kein negatives Eigenkapital ausweist und gleichzeitig die URG-Kennzahlen erfüllt, abgegeben", heißt es im Jahresabschluss 2017.

    Zur deutschen Vapiano SE gehören in Österreich noch die Vapiano Österreich 2018 GmbH, die Walfischgasse 11 "Moulin Rouge" Gastronomie GmbH und die VAP Denmark II GmbH.

    Schwache Geschäfte

    Schwache Geschäfte in Europa haben die Restaurantkette in den ersten neun Monaten 2018 ausgebremst. Unter dem Strich rutschte sie in die roten Zahlen, der bereinigte Verlust belief sich auf 13,2 Millionen Euro, teilte Vapiano am Mittwoch mit. Ein Jahr zuvor hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 1,6 Millionen erwirtschaftet. Vor allem gestiegene Abschreibungen wegen höherer Investitionen sowie höhere Zinskosten waren die Gründe, was an der Expansion mit neuen Restaurants und Zukäufen lag.

    Das Management hatte bereits am Vorabend seine Ziele für 2018 gesenkt. Nicht zum ersten Mal: Bereits im September hatte die Gesellschaft auch wegen einer Flaute auf dem schwedischen Markt ihre Prognose reduziert. Auch im dritten Quartal stand nun ein Verlust.

    Von Jänner bis September konnte Vapiano zwar seinen Umsatz dank neuer Restaurants und Übernahmen gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent auf 271,4 Millionen erhöhen, auf vergleichbarer Fläche gingen die Erlöse aber um 0,3 Prozent zurück. Während es in Deutschland und außerhalb Europas besser lief, blieb Schweden auch nach neun Monaten ein Knackpunkt.

    Zum 30. September betreibt das Unternehmen 220 Restaurants in 33 Ländern. Vapiano eröffnete in den ersten neun Monaten weltweit 18 Restaurants. Das Mitnehmen und Liefern nach Hause bietet Vapiano inzwischen an 120 Standorten in 16 Ländern an. (APA, 28.11.2018)

    • Die Kette betreibt 220 Restaurants in 33 Ländern.
      foto: reuters

      Die Kette betreibt 220 Restaurants in 33 Ländern.

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