Studie: Händetrockner sind Bakterienschleudern

    29. November 2018, 08:05
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    In Waschräumen mit Papierhandtüchern fanden Forscher deutlich weniger Bakterien auf den Spendern, Böden oder in der Luft als in Räumen mit elektrischen Lufttrocknern

    Wer sich vor Infektionen schützen will, sollte sich regelmäßig und gründlich die Hände waschen. Doch nicht nur auf Türklinken, Liftknöpfen oder Treppengeländern lauern Viren und Bakterien, sondern auch auf Händetrockner, wie Forscher nun in einer Studie herausgefunden haben.

    Konkret ermittelten Mikrobiologen die bakterielle Belastung in unterschiedlichen Waschräumen. In drei Kliniken in Großbritannien, Frankreich und Italien wurden über einen Zeitraum von zwölf Wochen zu insgesamt 120 Zeitpunkten Proben genommen und analysiert. In den Waschräumen waren entweder Spender für Papierhandtücher oder elektrische Lufttrockner installiert. Bakterienproben wurden aus der Luft, von verschiedenen Oberflächen und Staub genommen. Zusätzlich wurde bestimmt, wie viele Patienten, Besucher oder Mitarbeiter die Waschräume benutzten.

    Die Nutzung der Waschräume war in der britischen Klinik am höchsten – neunmal so viele Menschen wurden hier im Vergleich zu den beiden anderen Kliniken registriert. Bei der Analyse der bakteriellen Belastung waren die Papierhandtücher im Mittel eher von Vorteil. Zwar lagen die bakteriellen Belastungen bei Papier- und Lufttrockner in Frankreich und Großbritannien gleichauf, in Italien waren aber deutlich weniger Bakterien in den Proben zu finden, wenn mit Papier getrocknet wurde.

    Papiertücher sind hygienischer

    Unterschiede waren in allen drei Kliniken besonders auf den Trocknerapparaten selbst zu beobachten. Gemessen wurden dabei koloniebildende Einheiten (KbE). Dazu werden Proben auf einem Nährstoffboden verteilt aufgebracht. Nach einer Wachstumsphase sind typischerweise mehrere "Punkte" – und damit neue Kolonien, die sich jeweils aus einem Bakterium entwickelt haben – sichtbar. Diese werden gezählt und lassen Rückschlüsse auf die Menge an Bakterien an der getesteten Stelle zu.

    Auf den Lufttrocknerapparaten wurden im Mittel 100 bis 300 koloniebildende Einheiten gefunden, auf den Papierspendern dagegen nur bis zu zehn. In Großbritannien und Frankreich fanden die Forscher deutlich mehr Bakterien auf den Waschraumböden mit Lufttrocknern (191 KbE) als auf jenen, in denen Spender mit Papiertüchern (24 KbE) installiert waren. Dabei waren je nach Land unterschiedlich häufig auch potenziell gefährliche Krankenhauskeime zu finden.

    Das Fazit der Forscher: Die Ausstattung von Waschräumen mit Papierhandtüchern kann vorteilhaft für die Hygiene sein. In Waschräumen mit Papiertüchern wurden typischerweise deutlich weniger Bakterien auf den Spendern, Böden oder in der Luft gefunden als beim Einsatz von elektrischen Lufttrocknern. Demnach sollte besonders in Kliniken nicht nur auf das Händewaschen, sondern auch verstärkt auf die Trockenmethode geachtet werden. (red, 29.11.2018)

    • Bakterien mögen elektrische Lufttrockner lieber als Papierhandtücher – das zeigte eine Studie.
      foto: getty images/istockphoto

      Bakterien mögen elektrische Lufttrockner lieber als Papierhandtücher – das zeigte eine Studie.

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