Nasa-Sonde Insight schickt Foto vom Mars

27. November 2018, 15:26
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Das komplizierte Landemanöver ist offenbar rundum gelungen. Die Sonnensegel wurden wie geplant aufgespannt

Pasadena – Nicht nur die spektakulären Landung auf dem Roten Planeten verlief reibungslos, auch ansonsten geht bei der Marssonde InSight offenbar alles nach Plan: Wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Montag mitteilte, erhielt sie das Signal, dass der Lander wie vorgesehen seine Sonnensegel aufgespannt habe. Da Landemanöver auf dem Mars immer ein Risiko darstellen, hatten die Nasa-Mitarbeiter die Ankunft von Insight zuvor euphorisch gefeiert.

Die beiden runden Sonnensegel mit einem Durchmesser von etwa 2,20 Metern hätten bereits Sonnenlicht auf dem Mars aufgefangen, teilte die Nasa mit. Bei klarer Luft können sie Energie für die Sonde im Umfang von 700 Watt erzeugen. "Das Insight-Team kann sich heute Nacht etwas leichter ausruhen – jetzt, da wir wissen, dass die Sonnensegel ausgefahren sind und die Batterien wieder aufladen", erklärte Projektleiter Tom Hoffmann.

Erste Bilder

Wenige Stunden zuvor war die Sonde auf dem Mars aufgesetzt. "Landung bestätigt!" teilte die Nasa aus ihrem Kontrollzentrum im kalifornischen Pasadena mit. Dort brach lautstarker Jubel aus, Wissenschafter sprangen auf und umarmten einander.

Einige Minuten später schickte Insight bereits ein erstes Foto vom Roten Planeten. Das Bild war zwar stark verschwommen, das lag aber wohl an den bei der Landung aufgewirbelten Staubwolken. In den kommenden Tagen dürfte Insight damit beschäftigt sein, geeignete Stellen zu finden, um mit einem Roboterarm ihre Messgeräte zu platzieren.

foto: imago/xinhua/nasa
Das erste Insight-Foto vom Mars war etwas verschwommen, der Horizont des Planeten ist aber sichtbar.

"Sechseinhalb Minuten des Grauens"

Nasa-Chef Jim Bridenstine schöpfte aus der erfolgreichen Landung offenbar Mut für künftige Mars-Missionen: "Letztlich wird der Tag kommen, an dem wir Menschen auf dem Mars landen lassen", sagte er.

Ein Landemanöver auf dem Mars ist derart kompliziert, dass nur rund 40 Prozent der bisherigen Missionen zum äußersten der inneren Planeten unseres Sonnensystems erfolgreich waren. Daher hatte die Nasa vor der Insight-Landung von den "sechseinhalb Minuten des Grauens" gesprochen. Der Landung war eine fast siebenmonatige Reise der Sonde durch den Weltraum vorausgegangen.

Mit einer Geschwindigkeit von 19.800 km/h trat sie in die Atmosphäre des Mars ein, die Temperatur ihres Hitzeschildes schnellte dabei auf 1.500 Grad Celsius hoch. Nachdem die Sonde dann den Schild abwarf, fuhren ihre drei Beine sowie ihr Fallschirm heraus, und sie schwebte sanft zur Marsoberfläche nieder.

Das Scheitern vieler Marslandungen hat vor allem mit der Atmosphäre unseres Nachbarplaneten zu tun. Seine dünne Lufthülle bewirkt nämlich einerseits, dass Fallschirme nur eine begrenzte Bremswirkung entfalten. Andererseits ist die Marsatmosphäre aber dick genug, um einem Raumgerät beim Eintauchen gewaltig einzuheizen.

Österreichische Beteiligung

Europa hat zwar bisher keine eigene erfolgreiche Marslandung hinbekommen, ist aber mit diverser Hochtechnologie an der Insight-Mission beteiligt. Das Grazer Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ist an der Auswertung der Daten beteiligt. Zu den Experimentiergeräten an Bord der Landeplattform zählt eine in Deutschland gebaute Rammsonde, die auf der Marsoberfläche ein bis zu fünf Meter tiefes Loch hämmern soll. Auch ein französisches Seismometer ist an Bord.

Mit dem stationären geophysikalischen Observatorium Insight wollen die Wissenschafter in den nächsten beiden Jahren erstmals das Innere des Mars und seinen Aufbau untersuchen. Dabei sollen mögliche Erschütterungen und Beben des Planeten gemessen werden. Die Forscher hoffen auf Erkenntnisse unter anderem darüber, wie der Mars vor Milliarden von Jahren entstand. (APA, red, 27.11.2018)

  • Die Nasa-Sonde Insight hat sich schon auf dem Mars eingerichtet.
    apa/afp/nasa/jpl-caltech/ho

    Die Nasa-Sonde Insight hat sich schon auf dem Mars eingerichtet.

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