Wiener Grüne präsentierten Spitzenkandidatin Hebein

    27. November 2018, 00:13
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    Sozialsprecherin folgt Maria Vassilakou als Vizebürgermeisterin und Verkehrsstadträtin nach und wird die Landespartei in die Wien-Wahl 2020 führen

    Wien – Birgit Hebein ist die neue Chefin der Wiener Grünen. Die Gemeinderätin setzte sich bei der internen Spitzenkandidaten-Wahl der Landespartei gegen vier weitere Konkurrenten durch und folgt damit Maria Vassilakou als Vizebürgermeisterin und Verkehrsstadträtin nach. Wann die Ablöse erfolgt, ist noch nicht bekannt: Vassilakou hat mitgeteilt, ihre Ämter spätestens Mitte 2019 zurückzulegen. Auch ein früherer Zeitpunkt ist für Vassilakou aber möglich.

    Die neue grüne Frontfrau wurde am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz präsentiert, die für 11.00 Uhr in der Wolke 21 im Saturn-Tower angesetzt war. Hebein erklärte dort, sie möchte nach der Abstimmung den Weg der Öffnung der Partei fortführen – und zu ihren grünen parteiinternen Konkurrenten: "Wir sind ein Team – nur gemeinsam sind wir stark." Auch in den letzten Monaten habe man stets das Gemeinsame vor das Trennende gestellt, versicherte sie.

    Insgesamt haben laut den Wiener Grünen 2.600 Wahlberechtigte an der Briefwahl teilgenommen, neben Mitgliedern waren auch registrierte Wähler stimmberechtigt. Insgesamt hatten sich 3.397 Personen gegen eine kleine Gebühr für die Wahl registriert.

    Mit wie viel Prozent der Stimmen Hebein die Wahl gewann, wurde zunächst von den Wiener Grünen nicht veröffentlicht. Ihre Mitkonkurrenten waren der grüne Klubchef David Ellensohn, Gemeinderat Peter Kraus, der Meidlinger Bezirksrat Benjamin Kaan sowie die Ärztin und Quereinsteigerin Marihan Abensperg-Traun.

    Neues Wahlsystem im Einsatz

    Die grüne Wahl wurde erstmals nach dem sogenannten "Instant-Runoff-System" abgehalten. In diesem System ist keine eigene Stichwahl nötig, wenn keiner der Bewerber gleich im ersten Durchgang eine einfache Mehrheit erhält – also mindestens 50 Prozent plus eine Stimme. Die Wähler konnten auf dem Stimmzettel neben ihrer Favoritin oder ihrem Favoriten auch die anderen Bewerber je nach Präferenz reihen.

    Bei der Auswertung wurden zunächst die Erststimmen gezählt. Danach schied jener Kandidat mit den wenigsten Erststimmen aus. Von diesem Stapel kamen nun die Zweitstimmen zum Zug, die den verbliebenen Bewerbern als Erststimme zugerechnet wurde. Dieses Prozedere wurde so lange wiederholt, bis die Siegerin feststand.

    Langjährige Gemeinderätin

    Hebein (51) sitzt seit 2010 im Gemeinderat und ist Sprecherin ihrer Partei für Soziales und Sicherheit. Die diplomierte Sozialarbeiterin ist neben ihrer politischen Tätigkeit auch im antifaschistischen KZ-Verband Wien sowie bei den Alternativen und Grünen GewerkschafterInnen aktiv. Werner Kogler, Bundessprecher der Grünen, gratulierte Hebein wenige Minuten nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses auf Twitter. Hebein sei eine "Spitzenkandidatin mit ganz großem grünem Herz".

    Details zum Wahlergebnis am Dienstag

    Präsentiert wird Hebein heute, Dienstag, im Rahmen einer Pressekonferenz um elf Uhr in der Wolke 21 im Saturn-Tower in Wien-Kaisermühlen. Auch die Details zum Abstimmungsergebnis sollen hier bekanntgegeben werden.

    Ihren ersten großen Auftritt samt Antrittsrede wird Hebein dann am kommenden Samstag bei der Landesversammlung der Wiener Grünen haben. Im größten Gremium der Landespartei wird dann auch über das weitere Prozedere der Listenerstellung für die Wien-Wahl 2020 debattiert. Mit Hebein steht vorerst nur die grüne Nummer eins fest.

    Welches System hier zum Einsatz kommt, ist noch offen. (David Krutzler, 26.11.2018)

    • Birgit Hebein führt die Wiener Grünen in die Gemeinderatswahl 2020.
      foto: apa/harald schneider

      Birgit Hebein führt die Wiener Grünen in die Gemeinderatswahl 2020.

    • Diese fünf Kandidaten standen zur Wahl: Benjamin Kaan, David Ellensohn, Marihan Abensperg-Traun, Birgit Hebein und Peter Kraus (v. li.).
      foto: apa / georg hochmuth

      Diese fünf Kandidaten standen zur Wahl: Benjamin Kaan, David Ellensohn, Marihan Abensperg-Traun, Birgit Hebein und Peter Kraus (v. li.).

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