Ende Gurt, alles Gurt

5. Dezember 2018, 07:43
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Es bedarf nicht der neuen WLTP-Abgasnormen mit ihren realitätsnäheren Schadstofftests am Dieselauspuff, um Autobauer in die Bredouille zu bringen.

Nach Jahren der wohlgeübten Schummelei ging dabei so mancher Liefertermin perdu und Unmengen an Fahrzeugen standen ohne Zulassung auf Halde.

Zu einem schier unlösbaren Problem kann sich im Zeitalter der Hochtechnologie selbst ein banales Gurtschloss auswachsen. Am dazugehörigen VW Polo scheiterte der größte Autobauer der Welt zwischenzeitlich. Dabei hatte nach dem Kauf des Zwergautos am 18. Mai alles harmlos begonnen. Per Brief informierte der Generalimporteur die Käuferin eine Woche später, dass das Doppelgurtschloss defekt sei. Fünf Tage später folgte der Rückruf. Mitte Juli kam der Wagen zum Service, um die vermeintliche Kleinigkeit aus der Welt schaffen zu lassen.

Aktion 68W3

Aber weit gefehlt. Der Garantiefall ließ sich nicht beheben. Ende August schließlich die Kapitulation: In einem Schreiben räumte der Importeur ein, dass die "Aktion 68W3-Gurtschloss Instand setzen" für die Katz war. Im Gegensatz zum Abgasskandal ist die Kommunikation klar und transparent, würdigt der Anwalt der Dame, Michael Poduschka, den Vorgang. Jetzt ziert ein Warnaufkleber das Armaturenbrett: Die Nutzung des mittleren Sicherheitsgurtes kann Ihre Sicherheit gefährden. Vorsprung durch Technik eben. (Luise Ungerboeck, 5.12.2018)

  • Ein kleiner Aufkleber mit großer Bedeutung.
    foto: luise ungerboeck

    Ein kleiner Aufkleber mit großer Bedeutung.

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