Atari-CEO: "Rollercoaster Tycoon" hat Unternehmen gerettet

    27. November 2018, 09:55
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    Im "Venture Beat"-Interview erklärt Frederic Chesnais wie der totgeglaubte legendäre Spielehersteller eine erstaunliche Wiedergeburt hinlegte

    Mehr als 30 Millionen Euro Schulden und gerade mal eine Million Euro Einnahmen erzielte Atari als Frederic Chesnais 2013 den legendären Spielehersteller übernahm. In einem Interview mit "Venture Beat" erklärte er nun, dass er vor allem auch dank eines Remakes des Spieleklassikers Rollercoaster Tycoon die Zahlen deutlich verbessern konnte. Heute hat Atari keine Schulden mehr und macht jährlich 18 Millionen Euro Umsatz. Das Unternehmen ist profitabel und kann überleben und will 2019 sogar ins Hardware-Geschäft zurückkehren.

    Erfolgsrezept Simulationsspiele

    Simulationsspiele wie Rollercoaster Tycoon Classic, das demnächst erscheinende Citytopia, aber auch das Zombie-Survival-Spiel Days of Doom lassen derzeit die Kassen bei Atari klingeln. Vor allem das Rollercoaster-Remake hätte das Unternehmen mit seinen 200.000 täglichen Nutzern gerettet, so Chesnais. Die Spiele von Atari sind Teil einer neuen Unternehmensstrategie, die im Groben vier große Bereiche umfasst: Atari Games, Atari Casino, Atari VCS und Atari Partners. Mit der Casino-Sparte möchte man vor allem in Europa und Afrika punkten und dort ins reale Casino-Geschäft, samt Slot-Maschinen und dergleichen einsteigen. E-Sports und virtuelle Währungen wird man hingegen auslagern. Bei Atari Partners werde man sich etwa mit Blockchain befassen, so Chesnais.

    Der Fokus bleibe jedoch auf Simulationsspielen, schließlich nahm sich der Atari-CEO vor "kein weiteres Geld mit Shooter- oder Fantasy-Spielen zu verbrennen". Es sei zwar schwieriger Spieler für ein Simulationsspiel zu begeistern, diese Spieler wären dann aber zumeist treuer. Generell sei es aber heutzutage schwieriger geworden spielende Kinder zu gewinnen, konkurriere man doch immer stärker mit Snapchat, Facebook, Internet-TV und Youtube.

    Starker Markenname

    Die für 2019 geplante Konsole werde keine klassische Konsole im herkömmlichen Sinne sein, sondern viel eher eine Art "Streaming-Box" mit der sich möglichst viele der im Internet befindlichen Spiele zocken lassen sollen.

    Im Interview verriet der CEO das der Markenname Atari immer noch eine besondere Strahlkraft innehabe. Zwar würden sich die meisten Bussinesskunden zuallererst immer Fragen ob es die Firma denn tatsächlich noch gibt, aber kaum jemand lehnt ein Treffen ab. Der Name Atari öffnet nach wie vor viele Türen, so Chesnais. (red, 27.11.2018)

    • Mit der Simulation von Vergnügungsparks lässt sich ordentlich Geld verdienen.
      foto: apa/afp/dpa/peter kneffel

      Mit der Simulation von Vergnügungsparks lässt sich ordentlich Geld verdienen.

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