Büroangestellte haben Großteils eigenen Arbeitsplatz

    26. November 2018, 11:07
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    Was Angestellte in den Schubladen verstecken und ob sie ihren Schreibtisch aufräumen, zeigt eine aktuelle Umfrage.

    Mein Schreibtisch, meine Welt. Das dürfte für viele österreichische Erwerbstätige gelten, geht es nach einer aktuellen Umfrage des Marktforschungsinstituts Marketagent im Auftrag des Büromöbelherstellers Neudoerfler. Befragt wurden 1544 Österreicherinnen und Österreicher. Der Großteil der Büroangestellten, nämlich 83 Prozent, hat einen eigenen Arbeitsplatz, lediglich 14 Prozent teilen ihn im Rahmen eines Desk-Sharing-Modells. So sind 87 Prozent der alleinigen Nutzer mit dieser Nutzungsform des Schreibtisches zufrieden, aber nur zwei Drittel jener, die ihn teilen.

    Insbesondere bei letzterem ist das ordentliche Hinterlassen besonders wichtig. Egal, welcher Arbeitsplatz, insgesamt räumt knapp jeder Zweite den Schreibtisch täglich auf, etwa ein Drittel zumindest einmal pro Woche. Das tun sie mehrheitlich, weil ein geordneter Schreibtisch gutes Arbeiten fördere, geben die Befragten an. Österreichweit beschreiben 31 Prozent der Befragten ihren Schreibtisch als beladen, aber übersichtlich geordnet.

    Wer seinen Arbeitsplatz teilt, hat auch selten persönliche Fotos aufgestellt (sieben Prozent). Doch wie viel Privates man preisgibt, ist auch regional verschieden: Jeder dritte Befragte in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland hat persönliche Fotos am Schreibtisch stehen, hingegen nur 22 Prozent der Vorarlberger. Auch das Alter ist entscheidend, so die Umfrage: Mehr als jeder dritte 30- bis 39-Jährige tut es, hingegen nur jeder fünfte der 20- bis 29-Jährigen.

    Schreibtisch als Kommunikationszentrale

    Zudem haben die meisten Arbeitshilfen auf dem Tisch liegen: Notizzettel (73 Prozent), Kalender (67 Prozent), Trinkglas oder Tasse (63 Prozent). Auch Taschentücher und Thermoskannen oder Getränkeflaschen haben viele griffbereit. Und sogar jeder Dritte hat noch ein klassisches Radio auf dem Schreibtisch stehen, wobei sich fast jeder Dritte durch Musik gestört fühlt, bei etwa gleich vielen trägt sie zum Wohlbefinden bei. Zudem haben 40 Prozent der Frauen und jeder fünfte Mann eine Blume oder Pflanze am Arbeitsplatz – Männer schmücken ihn aber lieber mit Auszeichnungen (elf Prozent) als Frauen (sechs Prozent). Wenig überraschend finden sich in der Schublade am häufigsten, bei 48 Prozent der Frauen und rund 37 Prozent der Männer, Süßigkeiten und Snacks, gefolgt von Medikamenten und Taschentüchern. Immerhin jeder Zehnte hat sogar Hausschuhe im Büro.

    Der Schreibtisch gilt allerdings nicht nur als Arbeitsplatz, sondern ist, so die Umfrage, auch die wichtigste Kommunikationszentrale: Drei von vier der Befragten tauschen sich täglich am Schreibtisch aus – häufiger als per Telefon (57 Prozent), Mail (55 Prozent), am Gang (49 Prozent) und in der Büroküche (41 Prozent). Zudem wird er auch bei zwei von drei Befragten gelegentlich zum Esstisch, knapp 45 Prozent nehmen mehrmals pro Woche ihr Mittagessen vor dem Bildschirm ein. Der Hauptgrund: Zeitersparnis, seine Ruhe zu haben und Zeit, privaten Interessen nachgehen zu können. Am Platzmangel liege es in der Regel nicht: Nur jeder Zehnte gab an, dass es keinen anderen Platz zum Essen gäbe.

    Wenn die Konzentration nachlässt, holt sich mehr als die Hälfte der Befragten als erstes einen Kaffee, gefolgt von 37 Prozent, die an die frische Luft gehen. Jeder Vierte ist überzeugt, durch Bewegung im Büro konzentrierter arbeiten zu können. Häufig ist das der Weg vom Schreibtisch zum Drucker: Durchschnittlich 5,5 mal geht man diesen, knapp dreimal verlässt man den Arbeitsplatz für informellen Austausch mit Kollegen. (red, 26.11.2018)

    • 14 Prozent der österreichischen Büroangestellten teilen ihren Arbeitsplatz im Rahmen eines Desk-Sharing-Modells. Das ergab eine aktuelle Umfrage von Marketagent.
      foto: imago

      14 Prozent der österreichischen Büroangestellten teilen ihren Arbeitsplatz im Rahmen eines Desk-Sharing-Modells. Das ergab eine aktuelle Umfrage von Marketagent.

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