Palmers will künftig auch Kochutensilien anbieten

    23. November 2018, 18:06
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    Der Wäschekonzern rutscht in die Verlustzone und kämpft mit flauem Absatz. Jetzt tüftelt man auch an Haushaltswaren

    Wien – Leichen im Keller habe er bei Palmers nicht gefunden, sagt Luca Wieser. "Wir haben gewusst, worauf wir uns einlassen." Rund drei Jahre ist es her, dass der Steirer den Wäschekonzern mit seinen beiden Brüdern wie Partnern übernahm und zu alter Stärke zurückführen wollte. Dafür wird es jedoch einen längeren Atem brauchen als geplant. Palmers rutschte 2017/18 operativ in die Verlustzone. Gewinn wird es auch im laufenden Geschäftsjahr nicht geben.

    Wieser führt dies im Gespräch mit dem STANDARD vor allem auf die Expansion in die Slowakei und nach Tschechien zurück, was zusätzliche Ausgaben verursacht habe. Für 2018/19 rechnet er mit einem ausgeglichenen Ergebnis, Gewinne sind erst für das Jahr darauf geplant. Palmers kämpft wie die gesamte Textilbranche mit flauem Absatz. Kunden sparen bei feiner Spitze. Internationale Moderiesen verleiben sich das Geschäft ebenso ein wie Lebensmitteldiskonter.

    Palmers ist mit mehr als 300 Filialen vertreten, 200 davon sind in Österreich. Wiener Shops werden in Eigenregie geführt, überregional sind 90 Franchisepartner eingebunden. Der Umsatz in Österreich sank im jüngsten Geschäftsjahr um mehr als drei Prozent. Wieser selbst betont als Vorstand den steigenden Bilanzgewinn und spricht von einem stabilen Kurs.

    Palmers für die Küche

    Aufzuholen gilt es Einbußen bei der Marke P2, für die Palmers bereits vor Jahren Bipa als Vertriebspartner verlor. Vom Plan, unter dieser Marke eigene Shops zu eröffnen, kamen die Brüder Wieser wieder ab. P2 werde in Palmers-Filialen verkauft, stehe aber unter Beobachtung, sagt Wieser. Er will künftig Palmers über den Großhandel bei Handelsketten vertreiben. Ein Vorhaben, das mehr Zeit brauche als gedacht. "Es gibt aber nationale und internationale Interessenten. Wir tüfteln noch."

    Neben Wäsche übt sich Palmers zudem bald im Markt für Heimtextilien und Accessoires. Die neue Produktpalette reicht von Decken, Tischwäsche und Handtüchern bis zu Besteck und Kochutensilien.

    Die erste Filiale unter Palmers Home eröffnet Wieser zufolge im ersten Halbjahr 2019. 25 Standorte sollen es in Österreich bis 2021 werden, die Hälfte werde mit der Palmers-Wäsche kombiniert.

    Bei seiner Werbung legte sich Palmers 2017 aufgrund einer "entwürdigenden" Darstellung junger Frauen mit dem Werberat an. Von Palmers werde Provokation erwartet, sagt Wieser, es werde also sicher wieder das eine oder andere "hochqualitative" Foto geben. (Verena Kainrath, 23.11.2018)

    • Zur Wäsche kommen künftig auch Heimtextilien und Accessoires. Die neue Produktpalette reicht von Decken, Tischwäsche und Handtüchern bis zu Besteck und Kochutensilien.
      foto: apa/afp/miguel medina

      Zur Wäsche kommen künftig auch Heimtextilien und Accessoires. Die neue Produktpalette reicht von Decken, Tischwäsche und Handtüchern bis zu Besteck und Kochutensilien.

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