"True Media": Deutsche Verlage bekennen sich zu Qualität

    23. November 2018, 12:03
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    Springer, Bauer, G+J, Funke und Burde setzen fünf Punkte-Programm auf.

    Berlin – Unter dem Schlagwort "True Media" setzen fünf deutsche Verlage ein Zeichen für mehr Qualität: Springer, Bauer, G+J, Funke und Burda bekunden ihr gemeinsames Interesse an "True Media".

    In einer gemeinsam verfassten Erklärung wollen die Verlage künftig fünf Punkte hochhalten: Als "publizistisches Fundament für die pluralistische Demokratie" leiste man erstens einen "unersetzlichen Beitrag zur Sicherung der Freiheit von Meinungen und Informationen". Mit ihren Produkten würden die Verlage "den mündigen Bürger" und seine "freie Meinungsbildung" bestärken, was soziale Netzwerke nicht leisten könnten.

    "Wir investieren in Wahrheit", lautet der dritte Punkt der Erklärung: "Unsere publizistische Verantwortung nehmen wir sehr ernst – in Print und Digital." Weiters bürgen die Verlage für "Sicherheit" und Verlässlichkeit, außerdem mache man "Marken begehrenswert".

    Gegen Konkurrenz im Web

    Mit der Aktion wollen sich die Verlage gegen Konkurrenz im Web positionieren, wo eine "wachsende Verunsicherung" herrsche "angesichts algorithmisch erzeugter Filterblasen, Fake News und alternativer Fakten", heißt es von den Verlagen, die sich zur Gesellschaft für integrierte Kommunikationsforschung (GIK) zusammengeschlossen haben.

    Kritik an der Aktion kam prompt: "Das ist schon ein bisschen merkwürdig, dass jetzt fünf Verlage, auch namhafte Verlage, das noch einmal so betonen müssen, um Werbeanzeigen oder Werbekunden wieder zu gewinnen", sagte Moritz Tschermak, Chefredakteur des "Bildblog" auf deutschlandfunk.de. Schließlich hätten die beteiligten Verlage selbst mehrere Regenbogenhefte im Portfolio wie "Echo der Frau", "Freizeitrevue" und "Das neue Blatt". "Die haben mit Wahrheit oder dem Versuch wahrhaftiger Berichterstattung nun wirklich so überhaupt nichts zu tun", sagt Tschermak. (red, 23.11.2018)

    Die fünf Punkte von "True Media" im Wortlaut:

    "1. Wir sichern das publizistische Fundament für die pluralistische Demokratie. Mit unseren journalistischen Inhalten informieren wir die Menschen in unserer pluralistischen, aufgeklärten Gesellschaft. Damit leisten wir einen unersetzlichen Beitrag zur Sicherung der Freiheit von Meinungen und Information in unserer Demokratie.

    2. Wir agieren mit Menschen für Menschen. Während Algorithmen der Social Networks mit Reiz-Reaktion-Reflexen arbeiten und das Weltbild durch Filterblasen manipulieren, stellen wir den Menschen mit seiner Kraft zur eigenen Entscheidung in den Mittelpunkt. Unsere Marken und Produkte bestärken den mündigen Bürger und unterstützen seine freie Meinungsbildung – das können und wollen soziale Netzwerke nicht leisten.

    3. Wir investieren in die Wahrheit. Unsere publizistische Verantwortung nehmen wir sehr ernst – in Print und Digital. Wir recherchieren, wir überprüfen und wir separieren die Wahrheit, auch die unbequeme, von der Falschinformation – ob es um politische, inspirierende oder unterhaltende Inhalte geht. Dafür beschäftigen unsere Häuser zusammen mehr als 9000 ausgebildete Journalisten, die dafür jeden Tag im Sinne des Presserechts die Verantwortung übernehmen.

    4. Wir garantieren Sicherheit. Leser und Werbekunden können sich auf uns verlassen. Wir missbrauchen keine Daten und füllen keine Schattenprofile – und im Gegensatz zu den unkontrollierten Netzwerken sorgen wir für hundertprozentige Markensicherheit in hochwertigen Werbeumfeldern. Wir stellen uns in Print und Digital dem transparenten Vergleich mit anderen Medien. Damit schaffen wir wertvolle Planungsgrundlagen für die Werbewirtschaft.

    5. Wir machen Marken begehrenswert. Viele Marken wurden in den letzten Jahren durch einseitige Digitalstrategien in Werbung und Kommunikation sukzessive entwertet. Markenbildung ist ein komplexer Prozess, in dem gerade Printmedien eine fundamentale Rolle spielen – besonders weil sie verlässliche Informationsquellen in der Flut an medialen Reizen sind, mit denen der Endverbraucher tagtäglich konfrontiert wird. Unsere Studien zeigen, wie sich gut geführte Marken über Jahre entwickeln, und dass nachhaltige Kommunikation in gedruckten Zeitschriften und Zeitungen sich auszahlt – nicht nur im Sinne von Markenbekanntheit und Sympathie, sondern sehr konkret in der Kauf-Aktivierung."

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